Angeschnittenes Sportler-Weizenbrot mit Biga – lockere Krume trotz hohem Eiweißgehalt

Sportler-Weizenbrot (Eiweissbrot)

Nach einer kleinen Pause, die familiären Aktivitäten und der beginnenden Herbst- und Wintersaison in der Praxis geschuldet war, melde ich mich wieder mit einem richtigen Hammer-Rezept. Beziehungsweise sogar zwei Hammer-Rezepten, bei denen es sich um die Erhöhung des Proteingehaltes ausschließlich mit Hilfe natürlicher Rohstoffe dreht. Das soll zum einen dazu führen, dass sportliche Menschen mit diesen Broten ihren Eiweißbedarf besser decken können, und zum anderen, dass sich der Kohlenhydratgehalt der Brote gleichzeitig verringert. Das wiederum hilft Menschen mit Zuckerkrankheit, nicht so hohe Blutzuckerspiegel nach dem Genuss zu bekommen.

Wer mein Buch „Gesund mit Brot“ aus dem Jahr 2024 kennt, weiß, dass ich mich des Themas schon früher angenommen habe. Das geringe Interesse der Community und der Öffentlichkeit an diesem Buch hat mir die Freude etwas verleidet, das Thema intensiv weiter zu bearbeiten. Nun ergab sich, angeregt durch Michaela Emunds vom Brot-Kongress-Kanal, die Gelegenheit, das Thema noch mal anzugehen.

Mehr Eiweiß im Brot – ganz ohne künstliche Zusätze

In den Buchrezepten habe ich vor allem mit Leguminosen, also Hülsenfrüchten, und Quark gearbeitet, um einen höheren Proteingehalt im Brot zu erlangen. Gearbeitet habe ich mit Ackerbohnenmehl, welches aber über den normalen Handel kaum zu bekommen ist. Analog zum Linsenschrotbrot kam ich auf die Idee, einfach mit fertig eingeweckten Bohnen aus dem Supermarkt im Teig zu arbeiten. Das funktionierte so wunderbar, dass sich im Hobbybereich die Bestellung von Bohnenmehlen erübrigt.

Die beiden Rezeptvarianten führen logischerweise zu unterschiedlichen optischen und geschmacklichen Ergebnissen. Während die Biga-Variante ein deutlich lockereres Brot und größeres Volumen ergibt und auch zu einem milderen Geschmack führt, erreicht ihr mit der Sauerteigvariante einen noch besseren glykämischen Index (das ist für die Diabetiker von Vorteil) und ein kräftigeres Aroma. Beide Rezepte enthalten rechnerisch etwa 20 g Protein auf 100 g Trockenmasse und sind damit nahe an den offiziellen Kriterien eines „Eiweißbrotes“, und das ohne Verwendung von künstlichen Protein-Zusätzen.

Und natürlich gab mir Michaela freundlicherweise die Gelegenheit, mit ihr zusammen dieses Brotrezept in der Sauerteigvariante zuzubereiten und im Video festzuhalten.

Fangen wir mit der technisch etwas einfacheren Biga-Variante an.

Rezept 1: Sportler-Weizenbrot mit Biga

Zwei gebackene Sportler-Weizenbrote mit Biga
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Sportler-Weizenbrot

Ein eiweißreiches Weizenvollkornbrot mit Quark, Bohnen und Saaten – mit Biga
Hauptteig + Formen1 Stunde
Zeitbedarf am Backtag4 Stunden 30 Minuten
Produkt: Brot
Triebmittel: Hefeteig
Suchbegriff: Biga, Bohnen, Eiweißbrot, Proteinbrot, Saaten, Weizenmischbrot, Weizenvollkornmehl
Servings: 2 Brote à ca. 980 g Teiglingsgewicht
Calories: 246kcal

Zutaten

Biga

  • 90 g Wasser
  • 160 g Weizenvollkornmehl
  • 1 g Frischhefe

Saaten-Quellstück

  • 60 g Kürbiskerne
  • 60 g Hanfsamen geschält
  • 60 g Sonnenblumenkerne
  • 60 g Wasser

Hauptteig

  • 180 g Wasser kalt
  • 450 g Magerquark kalt
  • Reifer Biga
  • 250 g weiße Bohnen oder Ackerbohnen abgetropft
  • 270 g Weizenvollkornmehl
  • 350 g Weizenmehl 550
  • 20 g Salz
  • 10 g Dattelsirup alternativ: Honig, Rohrzucker oder weglassen
  • 7 g Frischhefe

Anleitungen

  • Die Zutaten für den Biga mischen, von Hand verkneten und 12 Stunden bei Raumtemperatur abgedeckt reifen lassen.
  • Zuerst die Saaten für das Quellstück in einer Pfanne oder einem Topf rösten, dann mit dem Wasser übergießen und abkühlen lassen.
  • Die Hauptteigzutaten in der Maschine gut verkneten. Sollte der Teig zu fest sein, können noch portionsweise 20 bis 40 g Wasser zugefügt werden.
  • Sobald der Teig ausgeknetet ist, das Saatenquellstück mit eventuell nicht aufgesogenen Wasserresten zugeben und in den Teig einkneten.
  • Den Teig 1,5 Stunden in einer Teigwanne ruhen lassen. Dabei einmal dehnen und falten.
  • Den gut aufgegangenen Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und in zwei Teile von etwa 980 g teilen. Die beiden Teiglinge rund vorformen und 15 bis 20 Minuten ruhen lassen.
  • Lang formen und mit dem Schluss oben in zwei bemehlte Gärkörbchen legen. Die Gärkörbchen abdecken. Die Reifezeit beträgt bei Raumtemperatur 70 bis 80 Minuten.
  • Den Ofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Die Brote auf den Einschießer wenden und länglich einschneiden. Einschießen und gut schwaden.
  • Die Temperatur auf 210 °C reduzieren und die Brote 60 Minuten abbacken.

Nährwerte

Schätzwerte pro: 100g | Energie: 246kcal | Fett: 5,8g | davon gesättigte Fettsäuren: 0,7g | Kohlenhydrate: 38,1g | davon Zucker: 1,8g | Ballaststoffe: 4,4g | Eiweiß: 12,2g | Salz: 1,2g
Angeschnittenes Sportler-Weizenbrot mit Biga – lockere Krume trotz hohem Eiweißgehalt
Locker luftiges Weizenbrot trotz des ca. 20-prozentigen Proteingehaltes.

Rezept 2: Sportler-Weizenbrot mit Sauerteig

Sportler-Weizenbrot mit Roggensauerteig, kräftig ausgebacken
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Sportler-Weizenbrot (Sauerteigvariante)

Ein eiweißreiches Weizenvollkornbrot mit Quark, Bohnen und Saaten – mit Roggensauerteig
Hauptteig + Formen1 Stunde
Zeitbedarf am Backtag4 Stunden 30 Minuten
Produkt: Brot
Triebmittel: Roggensauerteig
Suchbegriff: Bohnen, Eiweißbrot, Proteinbrot, Roggensauerteig, Saaten, Weizenmischbrot, Weizenvollkornmehl
Servings: 2 Brote à ca. 980 g Teiglingsgewicht
Calories: 247kcal

Zutaten

Sauerteig

Saaten-Quellstück

  • 60 g Kürbiskerne
  • 60 g Hanfsamen geschält
  • 60 g Sonnenblumenkerne
  • 60 g Wasser

Hauptteig

  • 120 g Wasser kalt
  • 450 g Magerquark kalt
  • Reifer Sauerteig
  • 250 g weiße Bohnen oder Ackerbohnen abgetropft
  • 270 g Weizenvollkornmehl
  • 350 g Weizenmehl 550
  • 20 g Salz
  • 10 g Dattelsirup alternativ: Honig, Rohrzucker oder weglassen
  • 7 g Frischhefe

Anleitungen

  • Die Zutaten für den Sauerteig gut mischen und 12 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.
  • Zuerst die Saaten für das Quellstück in einer Pfanne oder einem Topf rösten, dann mit dem Wasser übergießen und abkühlen lassen.
  • Die Hauptteigzutaten in der Maschine gut verkneten. Sollte der Teig zu fest sein, können noch portionsweise 20 bis 40 g Wasser zugefügt werden.
  • Sobald der Teig ausgeknetet ist, das Saatenquellstück mit eventuell nicht aufgesogenen Wasserresten zugeben und in den Teig einkneten.
  • Den Teig 1,5 Stunden in einer Teigwanne ruhen lassen. Dabei einmal dehnen und falten.
  • Den gut aufgegangenen Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und in zwei Teile von etwa 980 g teilen. Die beiden Teiglinge rund vorformen und 15 bis 20 Minuten ruhen lassen.
  • Lang formen und mit dem Schluss oben in zwei bemehlte Gärkörbchen legen. Die Gärkörbchen abdecken. Die Reifezeit beträgt bei Raumtemperatur 70 bis 80 Minuten.
  • Den Ofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Die Brote auf den Einschießer wenden und länglich einschneiden. Einschießen und gut schwaden.
  • Die Temperatur auf 210 °C reduzieren und die Brote 60 Minuten abbacken.

Nährwerte

Schätzwerte pro: 100g | Energie: 247kcal | Fett: 5,8g | davon gesättigte Fettsäuren: 0,7g | Kohlenhydrate: 38,1g | davon Zucker: 1,8g | Ballaststoffe: 4,4g | Eiweiß: 12g | Salz: 1,2g
Weizensauerteigbrot mit hohem Eiweißgehalt.
Etwas dichtere Krume aber dafür voller Aroma.

Deluxe-Knäcke

Ich muss noch mal auf das Knäckebrot von vor ein paar Wochen zurückkommen. Dieses Rezept hat unsere tägliche Ernährung ziemlich umgeschmissen. Insbesondere meine liebe Gattin, aber auch eine Menge anderer Menschen können nicht mehr genug davon bekommen. Seit der Rückkehr aus Norwegen habe ich dieses Knäckebrot mindestens einmal pro Woche gebacken, wenn nicht manchmal mehrmals wöchentlich.

Bei uns ist der Sommer insgesamt relativ ruhig verlaufen. Aus verschiedenen Gründen haben wir die Ferienzeit komplett zuhause verbracht und gearbeitet. Den Kätzchen und dem Hund hat das gut gefallen, da sie sehr viel Zeit draußen verbringen konnten. Im Sommer können auch wir die landschaftliche Schönheit und Ausgewogenheit des Münsterlandes am angenehmsten auskosten. Vor ein paar Tagen bin ich 52 Jahre alt geworden und bekam eine köstliche Kirschtorte von meiner Liebsten gebacken.

Wieder zurück zum Knäcke: es ergab sich die Gelegenheit, mit Michaela vom Brotkongress neue Videos aufzunehmen. Da es bei den Videos um protein-angereicherte Brote ging lag es nahe, das Knäckebrot als Rezept vorzuschlagen. Das Video findet ihr unter dem Rezept.

Immerhin enthält das Knäcke neben einer großen Menge an Ballaststoffen ca. 16 Prozent Protein pro 100 g. Damit erfüllt es zwar die Kriterien eines „Eiweissbrotes“ nicht (dafür bräuchte es rund 22 Prozent), aber ich kann bestätigen dass der Genuss des Knäckebrotes sich auf meinen eigenen Blutzuckerspiegel sehr positiv auswirkt.

Protein-Vitamin-Ballaststoffbombe

Aber nicht nur das: dieses Knäckebrot hält deutlich länger satt als „normales“ Frühstücksbrot. Es liefert zudem viele wichtige Aminosäuren, Vitamine und Fette. Und ihr erreicht mit regelmäßigem Genuss noch etwas. Helmut Kohl sagte mal so schön: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“, und er meinte das ganz sicher nicht in dem Bezug, auf den ich gerade anspiele. Jedenfalls klappt auch die Verdauung nun viel besser. Auch das zeigt der Selbstversuch und Berichte der Familienmitglieder und von Bekannten. Das macht dieses Knäckebrot zu einem Allround-Powerfood, mit dem ihr mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnt.

Hanfsamen findet ihr übrigens inzwischen in vielen gut sortierten Supermärkten in der Bio-Abteilung oder bei den Saaten. Wenn ihr sie nicht bekommen könnt tauscht sie gegen andere Saaten aus.

EDIT 22.09.2026: Ich war etwas überrascht wie viele Leserinnen und Leser ein Problem mit den Bananenchips als Zutat haben. Deshalb mein Hinweis: wenn ihr Bananenchips nicht mögt oder vertragt tauscht diese gegen 20 g Honig oder Dattelsirup oder Zuckerrübensirup aus.

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Deluxe-Knäcke

Ein weiteres super einfaches Rezept für gesundes Knäckebrot
Zubereitungszeit gesamt3 Stunden
Produkt: Brot
Triebmittel: Ohne Triebmittel
Suchbegriff: Knäckebrot, Saaten
Servings: 2 Bleche ca. 32 x 40 cm
Calories: 481kcal

Zutaten

  • 700 g Wasser
  • 180 g Haferflocken grob
  • 180 g Sonnenblumenkerne
  • 130 g Leinsamenschrot
  • 80 g Sesam
  • 50 g Hanfsamen geschält alternativ: Pinienkerne oder Kürbiskerne
  • 50 g Bananenchips fein gemahlen alternativ: 20 g Honig oder Dattelsirup oder Zuckerrübensirup
  • 20 g Flohsamenschalen
  • 12 g Salz
  • 12 g Pflanzenöl

Anleitungen

  • Die Zutaten in der Knetmaschine 2 bis 3 Minuten gründlich verrühren.
  • Die Masse 10 Minuten quellen lassen.
  • Jeweils die Hälfte der Masse auf einem Backblech mit Backpapier dünn verstreichen. Die Dicke sollte maximal 5 mm betragen, sonst dauert das Backen zu lange.
  • Den Ofen auf 190 °C Heißluft oder Umluft vorheizen.
  • Je nach Wunsch Saaten auf der Oberfläche der Masse verstreuen.
  • Die beiden Bleche in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten backen.
  • Die Bleche herausnehmen und mit einer Teigkarte oder einem Pizzaroller rechteckige Scheiben der Maße 8 x 10 cm abteilen.
  • Die Bleche wieder in den Ofen geben und bei 140 °C vollständig trockenbacken. Das kann durchaus 2 Stunden dauern je nach Dicke der Scheiben. Gegen Ende auf Sicht backen damit die Brote nicht zu dunkel werden.
  • Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und die einzelnen Scheiben von der Platte abbrechen. Auf einem Rost gut auskühlen lassen.
  • Knäckebrot sollte trocken gelagert werden damit es nicht wieder Luftfeuchtigkeit ziehen kann.

Nährwerte

Schätzwerte pro: 100g | Energie: 481kcal | Fett: 33,3g | davon gesättigte Fettsäuren: 5,1g | Kohlenhydrate: 35,2g | davon Zucker: 3,5g | Ballaststoffe: 13,1g | Eiweiß: 15,8g | Salz: 1,6g

Weizenvollkorn-Alltagsbrot

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Weizenvollkorn-Alltagsbrot

Ein dezidiertes Alltagsrezept für Vollkornbrot, das sich auch spontan in der Woche backen lässt.
Herstellungszeit am Backtag4 Stunden
Produkt: Brot
Triebmittel: Hefeteig
Suchbegriff: Auffrischbrot, Weizenvollkornmehl
Servings: 2 Brot-/e
Calories: 221kcal

Zutaten

  • 750 g Wasser leitungskalt
  • 9 g Frischhefe
  • 140 g Sauerteig-Anstellgut Reste vom Füttern
  • 1000 g Weizenvollkornmehl
  • 24 g Salz
  • 10 g Pflanzenöl
  • 20 g Dattelsirup alternativ Zuckerrübensirup

Anleitungen

  • Die Zutaten in die Knetschüssel in der Reihenfolge wie oben angegeben.
  • Mit der Knetmaschine zunächst langsam, dann schneller zu einem glatten Teig auskneten, der sich von der Schüssel löst.
  • Den Teig in der Knetschüssel 60 bis 70 Minunten reifen lassen.
  • Auf die Arbeitsfläche geben und in 2 Teiglinge von ca. 970 g teilen.
  • Die Teiglinge erst rund wirken, dann straff länglich formen.
  • In die Kastenform für 1 kg Teig legen und abdecken.
  • 90 bis 100 Minuten reifen lassen bis der Teigling den Rand der Form etwas überragt.
  • Den Ofen auf 240°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Die Formen einschießen und normal schwaden.
  • Temperatur auf 200 °C reduzieren und die Brote 55 bis 60 Minuten abbacken.
  • Für etwas mehr Glanz nach dem Backen mit Wasser besprühen.

Nährwerte

Schätzwerte pro: 100g | Energie: 221kcal | Fett: 2,1g | davon gesättigte Fettsäuren: 0,3g | Kohlenhydrate: 45,9g | davon Zucker: 1,2g | Ballaststoffe: 6,7g | Eiweiß: 8,2g | Salz: 1,4g

Ungewöhnlicherweise startet dieser Blogartikel direkt mit dem Rezept. Das hat den Grund, dass es sich nach meiner Ansicht wieder einmal um ein „Universal-Rezept“ handelt, das sich in vielen unterschiedlichen alltäglichen Situationen und mit unterschiedlich guten Zutaten anwenden lässt. Ein spontan herzustellendes reines Vollkornbrot ohne jegliche Vorplanung. Das Rezept macht zwar Kompromisse im Hinblick auf lange Quellzeiten und lange Fermentation. Aber im Alltag und in der Not… muss nicht immer erst der Everest erklommen werden bevor man satt wird. Und es eignet sich hervorragend um Sauerteigreste sinnvoll einzusetzen.

Bevor ich schreibe was ich mit dem Rezept gemacht habe noch mal der Hinweis: es funktioniert nach meiner Erfahrung mit nahezu allen Vollkornmehlen, die ihr in Deutschland und anderen Ländern bekommen könnt.

Weil das Rezept so praktisch ist habe ich es vergangene Woche in einem kleinen Experiment mit zwei unterschiedlichen Vollkornmehlen eingesetzt. Wie im letzten Blogbeitrag beschrieben war ich Anfang Juni in Norwegen unterwegs. Beim Einkauf im Supermarkt in Sogndal (REMA 1000) konnte ich nicht widerstehen, mir zwei Päckchen Weizen-Vollkornmehl mitzunehmen. Beide stammen von der Norgesmøllene aus Bergen, die es bereits seit über 150 Jahren gibt. Sie sind unterschiedlich grob ausgemahlen und waren deshalb interessante Kandidaten für den Test weil man gut sehen kann, wie sich die Grobheit der Mehle auf das Ergebnis auswirkt.

Das gröbere Mehl könnte in diesem Versuch durchaus Vertreter eines selbstgemahlenen Vollkornmehls sein, während das feinere Mehl ein Vertreter mühlengemahlener Vollkornmehle darstellt.

1. „Kolonihagen okologisk Sammalt Hvetemel“

Dies ist das deutlich gröbere Vollkornmehl. Es enthält sichtbar grobe Kleieanteile und die Aufschlüsselung der Bestandteile gibt auch einen um 2 Prozent geringeren Anteil an Protein und Ballaststoffen preis.

Verarbeiten ließ es sich dennoch gut. In der Knetmaschine ergab es einen bindigen Teig der sich gut von den Rändern der Schüssel löste. Nach der Stockgare war der Teig dann wieder etwas klebriger, was sehr wahrscheinlich einem gewissen Teigabbau geschuldet war. Dennoch konnte ich ihn gut wirken und während der weiteren Reifezeit gab es keine Probleme.


Das Endergebnis entspricht dem was ich sehr oft mit selbstgemahlenem Vollkornmehlen erreichen konnte. Eine etwas kompaktere Krume die dennoch „gesund“ ist, ohne zu starken Teigabbau. Der Geruch und Geschmack des Brotes ist betörend – durch den Dattelsirup kommt der normalerweise etwas herbe Geschmack von Vollkornbrot nicht so in den Vordergrund. Ich würde gerade den Geruch sogar als „malzig“ bezeichnen. Für ein grobes Bio-Vollkornmehl ein super Ergebnis.

2. „Fibra Fullkornshvetemel„

    Dies ist die fein gemahlenere konventionelle Variante, die aber dennoch über mehr Ballaststoffe verfügt. Ein wenige erinnert es mich an die ultrafein gemahlenen Vollkornmehle der Eiling-Mühle hier in Deutschland, wobei auf den Fotos durchaus sichtbar ist, dass es nicht ganz so fein gemahlen ist.

    Bei der Verarbeitung war sofort klar, dass dieses Mehl richtig gute Backeigenschaften hat. Der Teig zog im Knetvorgang sehr schnell an und löste sich zuletzt vollständig von der Schüssel. Auch während der Stockgare, während des Aufarbeitens und in der Stückgare hatte ich eine absolut einwandfreien Teig ohne Zeichen des Teigabbaus.

    Im Ergebnis ist klar abzulesen, dass dieses Vollkornmehl sich wunderbar für alle denkbaren Verwendungen eignet. Vom Geruch und Geschmack ist es allerdings nicht ganz so intensiv und malzig wie das erstgenannte Mehl. Aber dennoch ein richtig leckeres Vollkornbrot.

    Mein Fazit:

    Beide Mehle taugen etwas. Lebte ich in Norwegen könnte ich sehr gut auch mit diesen Supermarktmehlen leben. Sie sind vergleichbar mit Mehlen die wir hierzulande bekommen können.

    Bitte testet das Rezept mal mit Eurem Standard-Vollkornmehl und gebt mir Feedback wie euch das Ergebnis gefällt!