Björn2Hallo liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Dr. Björn Hollensteiner, ich bin 42 Jahre alt, verheiratet, habe 3 Töchter und bin Hausarzt im Münsterland.

Seit nunmehr fünf Jahren veröffentliche ich Rezepte für Brot und Brötchen auf dieser Seite. 5 ereignisreiche Jahre, in denen ich viele neue Erfahrungen sammeln konnte und verschiedenste Techniken erlernte. Inzwischen ist aus meinem Hobby eine Leidenschaft geworden, die für viele nur schwer nachvollziehbar ist. So nannte eine Kolumnistin des österreichischen KURIER den Brotdoc einen „(…) irren Backblog eines von Brot besessenen westfälischen Hausarztes (…)“.

In Kooperation mit dem bekanntesten deutschen Brotblogger und Buchautor Lutz Geißler entstand 2014 das „Brotbackbuch Nr. 2“,  in dem es vor allem darum geht, wie jeder im Alltag gutes sauberes Brot backen kann.

Wie kam ich eigentlich zum Brotbacken?

Im November 2010 trieb mich der im Münsterland unerfüllbare Wunsch nach echten französischen Baguettes zu einer Internet-Recherche. Seit ich in den 90er-Jahren erstmals Frankreich bereist hatte, ging mir der unvergleichliche Geschmack dieser Brotsorte nicht mehr aus dem Kopf. Doch alles was hier in der Gegend unter dem Namen Baguette verkauft wird, ist allenfalls ein müder Abklatsch dessen, was französische Handwerksbäcker aus ihren Öfen ziehen.

Auf Seiten wie „Ketex – der Hobbybrotbäcker“ von Gerhard Kellner und „Plötzblog“ von Lutz Geißler wurde ich nach kurzer Zeit fündig. Trotz – oder gerade wegen – der vermeintlich sehr zeitaufwendigen Herstellung hatte ich schnell Erfolg mit meinen eigenen Baguettes. Es eröffnete sich eine ganze Welt an Rezepten und Brotsorten, die auszuprobieren waren.

So habe ich das Selbstbacken von Broten als ein wundervolles Hobby wiederentdeckt, denn schon im Studium vor mehr als 17 Jahren buk ich das eine oder andere Brot selbst. Allerdings habe ich mir damals nie die Mühe gemacht, mich eingehender mit der Technik der Teigherstellung und -bearbeitung zu beschäftigen.

Wie schaffe ich das eigentlich neben der ganzen Arbeit?

Zum Thema Zeit: ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich schon gefragt wurde, ob mir die Selbstbackerei nicht zu aufwändig sei. Ich backe ja neben einer mehr als vollschichtigen selbstständigen beruflichen Tätigkeit und der Führung eines 5-Personen-Haushaltes mit drei kleinen Kindern. Trotzdem kann ich uns selbst hochwertiges und sauberes Brot backen, ohne dabei ständig am Rande des Burnout zu stehen. Ganz im Gegenteil, das Backen ist eine unglaublich gute Zerstreuung für jeglichen Streß und ein gelungenes schmackhaftes Brot ist die schönste Selbstbestätigung, die ich mir vorstellen kann.

Meine Brote haben deshalb Hand- und Fuß, ich backe immer mit dem Anspruch im Hinterkopf, daß die entstandenen Brote sich zuallererst für den Verbrauch einer fünfköpfigen Familie eignen müssen und in einem humanen Zeitrahmen herzustellen sind. Die Rezepte müssen sich daher gezwungenermaßen auch etwas einem normalen Tagesablauf anpassen. Es wird hier wenn überhaupt nur selten Rezepte geben, die nicht zu normalen Tageszeiten hergestellt werden können. Brotbacken richtet sich zwar nach Regeln, ist aber durch einige einfache Modifikationen an fast jeden Alltag anzupassen.

Ich kann allen Leserinnen und Lesern, die es nicht sowieso schon tun, empfehlen, sich zwischendurch auch selbst Brot zu backen. Es ist ein Hochgenuss, frisches selbstgemachtes Brot zu genießen und birgt ein nicht unbeträchtliches Suchtpotenzial, gegen das ich aber ärztlicherseits nichts einzuwenden habe. Achten Sie gutes Brot, es ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel und viel gesünder, als es im Moment oft dargestellt wird. Achten und unterstützen Sie bitte auch jene Bäcker, die sich wieder auf traditionelle Brotherstellung zurück besinnen und auf die „Segnungen“ der Backmittelindustrie und auf Tiefkühl-Backwaren verzichten.

Und nun viel Spaß beim Stöbern in den Rezepten!

Dr. Björn Hollensteiner