Hier mal ein recht einfaches Rezept für ein reines Sauerteig-Roggenbrot, dem für ein milderes und leicht süĆliches Aroma ein Rosinenpüree zugefügt wird. Einfacher kƶnnte die Herstellung nicht sein: der fertige Teig wird lediglich in die Form gegeben, glattgestrichen und nach der knapp zweistündigen Reifezeit gebacken.
Ich mag es, bei krƤftigeren Roggenbroten mit durchaus spürbarer SƤure eine komplementƤre süĆe Geschmacksnote zuzufügen. Meist nehme ich Honig oder Zuckerrübensirup / Melasse. In diesem Fall hat mich aber ein Backkurs in Weinheim vor ein paar Jahren inspiriert, es mal mit Rosinenpüree zu versuchen.

Zum einen haben Rosinen diesen speziellen süĆen Traubengeschmack, den ich persƶnlich gerne mag. Zum anderen stecken in Rosinen auch jede Menge krƤftiger Mikroorganismen, was man sich zum Beispiel beim Ansatz von HefewƤssern zunutze macht. Das Ergebnis hat sowohl die Familie, wie auch ein paar Backfreunde sehr angetan.
Roggenbrot mit Rosinenpüree
Zutaten
Sauerteig
- 560 g Roggenmehl 1370
- 560 g Wasser 45 °C
- 55 g Sauerteig-Anstellgut
Rosinenpüree
- 200 g Rosinen
- 200 g Wasser
Hauptteig
- 440 g Wasser 45 °C
- 1170 g reifer Sauerteig
- 300 g Rosinenpüree
- 840 g Roggenmehl 1370
- 30 g Salz
Anleitungen
- Die Sauerteigzutaten gut verrühren und 10 – 14 Stunden bei Raumtemperatur abgedeckt reifen lassen.
- Die Rosinen zur gleichen Zeit mit dem Wasser übergieĆen, abdecken und auch 10 – 14 Stunden quellen lassen.
- Am Backtag zunƤchst das Püree herstellen. Das verbliebene Wasser abgieĆen, es darf ein wenig Flüssigkeit im Gefäà verbleiben. Die feuchten gequollenen Rosinen in eine Moulinette geben und fein pürieren.
- Die Hauptteigzutaten in die Knetmaschine geben und den Teig 10-12 Minuten bei langsamer Knetgeschwindigkeit mischen.
- Den Teig ohne Stockgare sofort in eine eingefettete Kastenform für 1 kg Teig füllen. Pro Brot kommen etwa 1370-1390 g in die Form. Mit einem nassen Silikonschaber die OberflƤche glattziehen und dabei den Teig gleichmƤĆig in der Form verteilen.
- Abgedeckt für 1 Stunde 45 Minuten bis 2 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen. Der Teig sollte den Rand der Form fast erreichen.
- Den Ofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Den reifen Teig mit Wasser besprühen, mit der Stipprolle stipfeln und in den Ofen einschieĆen.
- Die Temperatur auf 210 °C reduzieren und die Ofentür nach 3-4 Minuten einmal ganz öffnen, um den entstandenen Dampf abzulassen.
- Das Brot etwa 55 bis 60 Minuten kräftig ausbacken. Nach dem Backen erneut mit Wasser besprühen.
- Vor dem Anschneiden mindestens 12 Stunden ruhen lassen.



Hallo Björn, ist es richtig, dass nur 300 g von dem Rosinenpüree in den Teig kommen?
Kann man die Rosinen rausschmecken,?(mein Mann mag die nicht, ich könnte ihn überlisten).
Danke fürs Einstellen.
LG Birgit
Ja, die Rosinen saugen nicht das ganze Wasser auf. Du gieĆt ab was übrig ist, pürierst den Rest und kommst dann auf ca. 300 g. Wenn Du magst, kannst Du das Rosinenwasser auffangen und zum Schüttwasser des Hauptteiges geben. Dann aber entsprechend weniger klares Wasser nehmen. Das Rosinenaroma schmeckt man heraus, aber nicht sehr prƤgnant, weil das Brot noch viele andere würzige Aromen mitbringt.
Ich danke dir. LG Birgit
Hallo Bjƶrn, zuerst einmal vielen Dank für das Rezept! Kann man das Rosinenpüree weglassen oder durch was kann man es ersetzen. Rosinen werden bei uns grundsƤtzlich abgelehnt š
Vielen Dank Christine
Ich würde dann ehrlich gesagt ein anderes Roggenbrotrezept nehmen. Hier ist die Flüssigkeitsmenge auf das Püree abgestimmt. Du müsstest sie also anpassen und ich kann Dir da nur ungefƤhr einen Richtwert geben: TA 178 – 180 ohne Püree.
Ich habe das Brot heute gebacken und es ist mir so gut gelungen und schmeckt wunderbar. Mein erstes reines Roggenbrot und das erste Brot nur mit Sauerteig als Triebmittel. Und die Rosinen machen eine angenehme SüĆe, sonst waren mir Roggenbrote oft zu sauer. So viele interessante Rezepte hier, muss unbedingt weitere ausprobieren.
Hallo lieber Bjƶrn, kommt wie gerufen, da hier die Tage gerade eine groĆzügig dimensionierte Warenprobe an kalifornischen Rosinen ankam. VG aus Berlin,
Stefan
Hallo Bjƶrn, ich hab es sofort angesetzt und morgen früh wird gebacken. Ich mƶchte den Holzbackrahmen nehmen. Das Aroma passt bestimmt prima. Danke für das tolle Rezept. Liebe GrüĆe Sabine
Hallo Bjƶrn,
Ich backe hin und wieder einen Roggenlaib in dem Rosinen und gerƶstete Hasel- und Walnüsse, alles als Quellstück in Kaffee, zum Einsatz kommen. Schmeckt sowohl zum SüĆem als auch zu Pikantem sehr lecker. Daher werde ich dein Rezept und deine Idee, die Rosinen nach dem Quellen zu pürieren aufgreifen aber als Flüssigkeit Kaffee benutzen. Weiterhin alles Gute und schon jetzt eine schƶne Adventszeit. Hast du denn die Stollen schon gebacken?
Liebe GrüĆe aus Heidelberg Klaus
Interessant. Danke!
Hallo Bjƶrn,
das Brot sieht lecker aus und steht schon auf meiner Backliste!
Auf dem Foto sieht es aus, als hƤttest Du Korinthen verwendet. Ist es egal, ob ich Rosinen, Sultaninen oder Korinthen nehme?
Liebe GrüĆe, Lori
Das ist egal. Korinthen sind oft etwas „trockener“ und man bekommt sie nicht ganz fein püriert.
Hallo Bjƶrn und danke für das tolle Rezept! Kann man das Rosinenpüree einfach weglassen oder wie kann man es am besten ersetzen, da ja beim einfachen Weglassen die Flüssigkeit fehlt . Rosinen in jeglicher Form gehen in meiner Familie gar nicht š Vielen Dank Christine
Hallo Christine,
versuchās mal mit Dƶrrpflaumen, die passen toll zu Roggen.
LG, Eva
Moin, Bjƶrn,
wieder mal ganz vielen Dank für ein tolles Rezept. Als ‚Fischkopp‘ bin ich ein ganz groĆer Fan von ‚gebrochener SüĆe‘ , wie man im Norden die Kombination aus süà und herzhaft nennt. Da passt dieses Rezept natürlich gut. Ich habe es gleich ausprobiert, wie (fast) immer aber mit 100% frischgemahlenem Vollkorn. Mein ASG hat bei der Menge leicht erschlieĆbarer Kohlenhydrate gleich den Turbo gezündet und das Brot quasi vor sich hergetrieben. Ergebnis: Supersaftig, tolle Porung, unglaubliches Aroma. Das Rezept rückt sofort in die Top 5 vor.
Viele GrüĆe und Dir und Deiner Familie eine frohe Adventszeit
Claus
Wow für ein Vollkornbrot sieht das absolut perfekt aus. Ziehe meinen Hut!
Hallo, ich finde das Rezept superinteressant, mƶchte aber gerne mit Roggenvollkorn backen. Was muss ich dabei beachten?
Viele GrüĆe aus Rheinhessen!
Hallo, Margot,
ich habe das Rezept 1.:1 mit selbst gemahlenem Roggen nachgebacken. Ich habe an der Flüssigkeitsmenge nichts verändert. Allein das Mehl durch auf feinster Stufe selbst gemahlenen Roggen ersetzt. Hat auch in der Wiederholung immer gut funktioniert.
Ich versuche generell, bei allen Rezepten, in denen Mehltypen mit einer ‚1‘ vorne verwendet werden, dieses Mehl einfach durch selbst gemahlenes Vollkorn zu ersetzen. Das klappt fast immer sehr gut, manchmal muĆ man etwas mit der Flüssigkeitsmenge jonglieren. Aber das zeigt Dir der Teig dann schon. Bei diesem Rezept musste ich keine Anpassungen vornehmen.
GrüĆe
Claus
Hallo,
ich würde dies Brot zu gerne nachbacken. Aber leider ist das Rezept nicht zu finden – zumindest sehe ich es nicht auf meinem Display. Zu schade.
Liebe GrüĆe
Karin
Ja, schade. Aber WordPress hat anscheinend momentan Serverprobleme. Du kannst die Artikel, wenn sie nicht angezeigt werden, zur Not auf http://archive.org/ mit dem passenden Link aufrufen. Ich habe auf die Problematik leider keinen Einfluss und muss darauf hoffen, dass WordPress das rasch lƶst.
Prima. Danke schƶn.
Es ist wieder da. Jetzt kann es losgehen.
Ich hab schon ein paar Brote nachgebacken und muss sagen, so leckeres Brot hab ich vorher nie hinbekommen. Meine Mutter konnte das nicht wirklich (wie so vieles).
Ganz liebe GrüĆe
Karin
Vielen Dank für das interessante Rezept.
Ich habe es als mein erstes Roggenbrot mit meinem eigenen Sauerteig gebacken, und es ist wirklich lecker geworden. Ich mache bei deinen Rezepten immer aus der Menge für 2 kleine Brote ein groĆes, deshalb ist es immer ein bisschen ein Abenteuer mit der Backzeit. Die ca. 5 min pro 250 g mehr kommen aber bislang meist ungefƤhr hin.
Dieses Brot mag ich vom Geschmack sehr gern. Von der Konsistenz der Krume her werde ich bei Gelegenheit mal versuchen, eine Roggenmischbrotvariante zu machen.
Jedenfalls passt meiner Meinung nach das Aroma des Rosinenpürrees ganz wunderbar zum dunklen Roggen- und Sauerteigaroma. Also vielen Dank für die Idee und das Rezept.
Ach so, vergessen:
Natürlich hab ich das übrige Rosinenwasser als Teil der weiteren Wassermenge verwendet. WƤre ja furchtbar schade drum, warum Wasser pur wenn man Wasser mit passendem Aroma hat š
(Ja, Aroma-junkie hier. Deshalb gefƤllt mir dieses Rezept so gut, schƶn intensiv dunkel-süĆlich-kƶstlich.)
Meine Güte, bin ich vergesslich:
Auch noch wichtig: Ich hab von Roggen nur Vollkorn im Haus, das hat sicher auch dazu beigetragen, dass die Krume sehr dicht und feucht war.
Geschmacklich aber top, und ich toaste Brotscheiben, das bringt das volle Aromaglück und trocknet natürlich auch die Krume etwas.
Und die Frischhaltung wäre natürlich sensationell, wenn das Brot nicht wegen lecker schon längst vorher verzehrt wäre.
š Danke für Deine vielen vergesslichen Zeilen. Habe geschmunzelt.