Indisches Naan

In der indischen Küche ist es eine wichtige Beilage: das besonders flache und dünne Fladenbrot („Naan“). In Persien nennt man es es auch „Nun Lavash“ „Noon Taftoon. Schon eine ganze Weile hatte ich geplant, ein solches Brot einmal selbst zu machen.

Nun kam mir ein Rezept unter die Finger, das sich wirklich einfach machen lässt und das alle möglichen flexiblen Abwandlungen ermöglicht. Und das Beste ist: Ihr braucht nicht einmal einen Backofen.

Nach meinen Nachforschungen wird für Naan in Indien ein eher dunkles Weizenmehl oder eine Mischung aus Vollkorn- und Weißmehl verwendet. In den Teig kommt etwas Öl und Joghurt sowie Zucker und Salz. Für den Trieb sorgt Frischhefe. Zur geschmacklichen und gesundheitlichen Aufwertung habe ich noch Lievito Madre zugefügt, der aber auch weggelassen werden kann. Wer sein Naan heller mag nehme 400 g Weizenmehl 550 und nur 200 g Milch. Wer keinen Lievito Madre hat, nehme insgesamt 500 g Mehl und 260 g Milch.

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Das Ergebnis ist ein erstaunlich leckeres, weiches und dünnes Fladenbrot, das die dünnen Industrie-Fladen aus dem türkischen / arabischen Geschäft geschmacklich um Längen schlägt.

Teig (für 13-14 Fladenbrote)

400 g Weizenmehl T110 (oder 300 g Weizenmehl 1050 und 100 g Vollkornweizenmehl)
100 g Lievito Madre TA 150 aus dem Kühlschrank
230 g Milch (zimmerwarm)
20 g Pflanzenöl
75 g Joghurt
10 g Salz
10 g Zucker
5 g Frischhefe

Die Zutaten im Kneter 4 Minuten langsam und 8 Minuten bei zweiter Knetstufe zu einem glatten Teig kneten.

Mindestens 60 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Den Teig auf die Arbeitsfläche geben und in 13-14 Teile von 60-70 g teilen. Diese rund schleifen. Die Teiglinge 20 Minuten ruhen lassen.

Eine flache Pfanne ohne Öl erhitzen. Die Teiglinge gut bemehlen und mit dem Rollholz sehr dünn zu runden Teigfladen ausrollen, maximal 1 mm dick. Dabei nicht zu grob vorgehen, immer wieder zwischendurch bemehlen.

Die flachen Fladen in die Pfanne legen und von beiden Seiten auf großer Flamme jeweils ca. 2 Minuten rösten. Wenn sich Blasen bilden, ist das nicht schlimm. Die Fladen dürfen nicht zu viel Farbe bekommen, nur dort, wo sich Blasen gebildet haben. Nach und nach alle Teiglinge ausrollen und rösten. Angebrannte Mehlreste können mit einem Küchenpapier zwischendurch aus der Pfanne gewischt werden. Die fertigen Brote auf einem Teller stapeln.

Sie schmecken frisch am allerbesten, können aber auch gelagert werden.

Wenn sie rasch in eine Kunststofftüte kommen, dann bleiben sie schön weich und elastisch und können noch 2-3 Tage später genossen werden. Man kann sie auch sehr gut auf Vorrat  vorbereiten und einfrieren.

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10 Gedanken zu „Indisches Naan

  1. Karin

    Lieber Björn, vielen Dank für das Rezept! Gestern hatte ich ein abgepacktes Nun lavash in der Hand und habe es nach einem Blick auf die Zutatenliste schnell wieder ins Regal gelegt…mindestens 3 Es und zwei andere fragwürdige Komponenten! Ich werde mich gleich auf den Teig stürzen…Meinst du, sie können nach dem Einfrieren noch mal kurz in die Pfanne, damit sie weich und biegsam werden?
    Grüßle, Karin

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  2. Gerda

    Hallo Björn, nach einen guten Naanrezept suche ich schon länger. Alternativ zu LM festen WST? Menge reduziert auf 50g? Was meinst du?

    gruß Gerda

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  3. Karin

    Hallo Björn,
    noch eine Frage: Ist das Nan auch als „Bodenplatte“ zum Reiskochen geeignet? Wir nehmen normalerweise Kartoffeln, aber ich habe vor kurzem gehört, dass man auch Nane Lavash nehmen kann. Wenn ja, den rohen Fladen oder den gebackenen?
    Danke und Grüßle, Karin

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    1. brotdoc

      Auf jeden Fall den gebackenen Fladen nehmen. Reis „al dente“ kochen, abseihen, Butter in den Topf und dann Brot auf die gelöste Butter legen. Dann den Reis darauf geben und auf den Reis noch ein Stück Butter legen. Topfdeckel mit einem Stofftuch umwickeln und den Topf damit verschließen. Bei mittlerer Flamme ca. 10-12 Minuten dämpfen. Auf eine Platte stürzen. So machen es die Perser.

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  4. Karin

    Hallo Björn, das war ganz großes Pfannenkino! Und gut geschmeckt haben sie natürlich auch!
    Als Tadik haben wir es auch probiert, hat gut geklappt, aber die Kartoffelvariante schmeckt uns doch besser. War einen Versuch wert…
    Grüßle, Karin

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  5. Kerstin

    Davon habe ich jetzt immer ein paar im Gefrierschrank. Die sind so gut, da möchte ich keine gekauften mehr essen.

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    1. brotdoc

      Ich würde es nicht gegen 1600er ersetzen, denn das ist oft nicht sehr kleberreich. Nimm lieber 550er Mehl mit Vollkornmehl im Verhältnis 2:1.

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