Laugen-Snäckis

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Hier in Haltern kennt sie jedes Kind: die kleinen Laugenkonfekte, die angefangen von GEIPING inzwischen in den meisten Bäckereien zu haben sind. Auf kaum einem Wandertag, auf kaum einem Kindergeburtstag fehlen diese leckeren kleinen Laugensnacks. Würzig-salzig stillen sie jeden kleinen Hunger zwischendurch.
Morgen ist so ein Wandertag in der Grundschule. Der Wunsch meiner Tochter war: Laugenkonfekt. Also ran an die Arbeit. Ich hatte natürlich heute morgen im Streß den Vorteig vergessen. Deshalb musste auf Anstellgut aus dem Kühlschrank zurückgegriffen werden. Von Dietmar noch mit der Info versorgt, daß die Temperatur der Lauge am besten auf 30°C eingestellt werden sollte, ging es los.
Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden – mal sehen, wie es morgen die 1c sieht…

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Menge für 2-3 Bleche mit Laugenkonfekten (in Klammern halbiert)

Hauptteig:
1000 (500) g Weizenmehl Typ 550
560 (280) g Wasser kalt
70 (35) g Weizensauerteig aus dem Kühlschrank
23 (11) g Salz
12 (6) g Frischhefe
40 (20) g Butter

Lauge:
1000 g Wasser 30°C
40 g Laugenperlen
Die Laugenperlen in das Wasser streuen und vorsichtig umrühren, bis sie ganz aufgelöst sind. VORSICHT: Die entstandene 4-prozentige Lauge ist gefährlich! Bitte immer Schutzhandschuhe, eine Schutzbrille und eine Schürze tragen! Sie kann ungeeignete Materialien angreifen und wirkt auf der Haut koagulierend, was Verletzungen nach sich ziehen kann.

Teigbereitung:
Alle Zutaten im Kneter bei langsamer Geschwindigkeit zu einem festen, glatten Teig verkneten. Dauer ca. 8-10 Minuten. Den Teig abgedeckt eine Stunde ruhen lassen.
Auf die Arbeitsfläche geben und flach drücken. In 7 rechteckige Teile von ca. 250 g teilen. Die Teile zylindrisch einrollen und zu Strängen von etwa 35-40 cm ausrollen.
Die Stränge im Bäckerleinen einziehen und unabgedeckt für eine weitere Stunde in den Kühlschrank bei 5°C stellen. Es ist bezweckt, daß die Teiglinge etwas verhauten. Den Ofen gut auf 240°C vorheizen. Die Lauge herstellen und in ein längliches Gefäß (z.B. Glas-Auflaufform) gießen. Die Arbeitsfläche sollte Säure-/Laugebeständig sein, sonst abdecken.
Die einzelnen Stränge mit beiden geschützten Händen nehmen, in die Lauge tauchen und von allen Seiten benetzen. Vorsichtig arbeiten, um die Lauge nicht zu verspritzen. Den belaugten Strang auf ein Kunststoffbrett legen und mit einer Mohn-Sesammischung bestreuen. Mit einem scharfen Messer vom Strang etwa 2 cm breite Stücke abtrennen und auf ein Silikon-Lochblech oder ein Blech mit Dauerbackfolie legen. Sobald das Blech gefüllt ist, ohne Schwaden in den Ofen einschießen und 10-15 Minuten bei konstanter Temperatur abbacken. So weiter verfahren, bis alle Konfekte abgebacken sind.
Die Snäckis sollten nicht allzu dunkel werden, bitte den Ofen im Auge behalten.

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33 Gedanken zu „Laugen-Snäckis

  1. Irene

    Was für ein tolles Ergebnis, Björn! Prima Anregung fürs nächste Büffet.
    Auch fein, dass man ohne lange Vorbereitung loslegen kann.
    Schöner Tipp mit der warmen Lauge. Wird natürlich ausprobiert.
    Danke und Grüße . Irene

    Antwort
  2. André

    Sehen super aus! Danke für das Rezept.
    Wie bzw. wo bewahrst du deine Lauge auf? Ich hatte sie eine Zeit lang in einer Glasauflaufform mit luftdicht verschließbarem Deckel… das tat der Form nicht ganz so gut… 😦
    Aber jedes Mal neue Lauge anzurühren, ist (wenn auch nicht sehr viel) Geldverschwendung. Ich bin für jeden Tipp dankbar.

    André

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      Ich bewahre sie trotzdem nicht auf, auch wenn das geht. Habe kleine Kinder, das wäre mir zu gefährlich, schon die Laugenperlen sind bei mir bestens versteckt. Vielleicht eignet sich ein großes gut verschliessbares Einmachglas mit Schnappverschluss.

      Antwort
  3. Susanne

    Die 1c wird zufrieden sein 🙂
    Die Laugenperlen sind bei mir auch unter Verschluß. Die fertige Lauge wohnt in einem großen Einmachglas im Putzmittelregal. „Lauge!“ steht drauf. Bis jetzt ist keiner auf die Idee gekommen, sich das Zeug einzuverleiben.

    Antwort
  4. Lutz

    Sehr schön. Bekomme gleich Appetit. Hier in der Schweiz gibt’s auch Laugengebäck, aber nicht so hübsch und wohlschmeckend wie in manch deutscher Gegend. Ein paar Infos zur Lauge zusätzlich zu den empfohlenen 30°C gibt’s hier.

    Antwort
  5. Kati

    Habe schon oft Laugenkastanien (so nennt man sie bei uns) gebacken. Nach meinem Rezept müssen die Stangen vor dem Laugen für 30 min in das Gefrierfach, damit man sie dann besser schneiden kann. Da ich nur eine Gefriertruhe habe, finde ich das sehr umständlich. Kann man die Stangen auch so gut schneiden? Oder werden sie arg zusammen gedrückt? Deine sehen aber perfekt aus.

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      Hallo Kathi, war kein Problem. Ein wenig zusammengedrückt werden sie, aber das gibt sich im Ofen wieder. Es muss ein schneller Schnitt mit scharfem Messer sein.

      Antwort
  6. Matthias

    Ich bewahre meine Lauge einfach in einer verschließbaren Plastikdose (Lock&Lock) auf.
    Glas ist nicht so geeignet, weil die Lauge das Glas angreift. Bei einem Einmachglas dauert das natürlich ewig, bis ein Schaden entsteht, aber trotzdem.
    Als Schutz beim Laugen reichen Einmalhandschuhe aus dem Verbandskasten.

    Antwort
  7. mangoseele

    Laugengebäck will ich seit Ewigkeiten mal backen, ich muss mir nur mal noch Lauge, Brille und Handschuhe anschaffen 🙂 Deine Laugenkonfekte sehen auf jeden Fall perfekt aus! Liebe Grüße Melanie

    Antwort
  8. Irmgard

    Laugengebäck steht auf unserer Favoritenliste ganz weit oben. Die Lauge bewahre ich, entsprechend beschriftet und gekennzeichnet, in einem dicht schließenden Weckglas mit Schnappverschluss auf. Geht einwandfrei.

    Antwort
  9. George

    Hi Björn, tolles Rezept. Danke dafür. Fertige Lauge bewahrt man in PE Behältern mit Schraubdeckel (evlt. Gummistopfen) auf. Chemieunterricht läßt grüßen…

    Antwort
  10. Petra

    Hallo
    Super tolles Rezept !! Eine Frage noch ich habe ein normales Lochblech ( nicht aus Silikon ) kann ich sie da auch mit einem Backpapier backen oder muss es eine Silikon
    Backunterlage sein ?

    Lg Petra

    Antwort
  11. Cindy

    Die Laugensnäckis sind total lecker und auch bei meinen Kindern beliebt. Wie bewahrst du sie bis zum nächsten Tag auf? Meine waren dann nicht mehr so schön und diese frisch mitten in der Nacht zu machen finde ich nicht toll. Vielen Dank für die leckeren Rezepte, vorallem das Brotbackbuch Nr. 2 ist bei mir mehrmals wöchentlich im Gebrauch… Super!

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      Hallo Cindy,
      leider wird Laugengebäck sehr schnell altbacken – wegen der niedrigen Teigausbeute. Du kannst sie in einer Kunststofftüte oder im Brotkasten lagern und am nächsten Tag etwas aufbacken. Ich habe allerdings überlegt, ob nicht einfach die Hefemenge reduziert und die Teigstränge über Nacht im Kühli abgedeckt reifen können. Du mußt dann morgens nur noch belaugen und backen.

      Antwort
  12. Thurner angela

    Habe eine frage zu der lauge kann man da ein naton bad auch machen die sehen sehr lecker aus würde sie gerne nachbacken ich weiß nicht wo ich die laugenperlen kaufen kann kann ich das natron so mischen wie dei rezept mit den perlen

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      Hallo angela,
      Du kannst auch mit Kaiser-Natron arbeiten, aber das Ergebnis wird nicht so schön. Das Mischungsverhältnis kenne ich allerdings nicht. Die Laugenperlen bekommst Du z.B. beim Hobbybäcker-Versand.

      Antwort
  13. Pingback: Oktoberfest – Mini Laugen Burger | tischundgarten

  14. Helga Wolfram

    Hallo Björn! Ich habe eine Frage zu deinen Snäckis. In deinem Rezept steht, dass du den Teig 8-10 min langsam knetest. Wenn ich den Teig „nur langsam“ knete, wird er nicht schön glatt. Deshalb bin ich die letzten Male die letzten 2-3 min mit dem schnellen Gang drüber gefahren. Nun zu meiner Frage: Ist es vielleicht beabsichtigt, dass der Teig nicht superglatt ist? Oder soll ich vielleicht noch ein bissl länger langsam kneten und den schnellen Gang ganz weglassen?

    Ganz liebe Grüße
    Helga

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      Doch, der Teig sollte gut ausgeknetet werden. Die 8-10 Minuten gelten für meine Alpha – wenn das bei Dir nicht reicht, dann passe Deine Knetzeiten einfach an. Der Teig hat ja nachher keine wirklich langen Ruhezeiten mehr, die das Auskneten ersetzen würden.

      Antwort
      1. Helga Wolfram

        Also soll ich trotzdem im langsamen Gang bleiben … nur halt einfach die Knetzeit verlängern … oder soll/kann ich Gas geben?

        GLG Helga

  15. Petra

    Hallo Björn,

    für den 80. Geburtstag meines Vaters möchte ich gern die Laugen-Snäckis zum Knabbern machen.
    Ich habe mir vorgestellt, dass ich die Teile vorbereite, einfriere und bei Bedarf nach und nach auffülle.
    Da ich mit gefrorenem Laugengebäck keine Erfahrung habe, weiß ich nicht, wie ich das am besten löse. Hier meine Vorschläge:
    1. Die fertig gelaugten und bestreuten Stangen im ganzen einfrieren, antauen lassen, aufschneiden, backen oder
    2. Die einzelnen ungebackenen Snäckis einfrieren, antauen lassen, backen oder
    3. Die Snäckis nicht ganz zu Ende backen und bei Bedarf nochmals ein paar Minuten aufbacken oder
    4. Die fertig gebackenen Snäckis einfrieren und dann nur noch auftauen lassen.

    Oder haben Sie vielleicht eine ganz andere Idee, wie ich die Teile am Geburtstag mit möglichst geringem Aufwand und bestmöglichem Ergebnis auf den Tisch bringe?
    Für Ihre Hilfe wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Petra

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      Hallo Petra, für Deinen Zweck ist es wahrscheinlich am Besten, wenn Du die fertigen Snäckis sofort in noch lauwarmem Zustand einfrierst und dann in kleinen Portionen auftaust (am besten in der Mikrowelle) und servierst. Es sei denn, Du hast die Möglichkeit zu backen, während die Feier läuft. Dann würde ich den Teig mit weniger Hefe machen und die fertig geformten Stangen im Bäckerleinen im Kühlschrank zur langen kalten Gare aufbewahren. Dann jeweils entnehmen, belaugen, bestreuen, schneiden und sofort backen. Letzteres wird Dich aber mehrfach in der Küche binden, was nicht unbedingt schön ist auf solchen Feiern. Mit dem halb-backen und dann einfrieren habe ich selbst noch keine Erfahrungen.

      Antwort
  16. Pingback: Laugenbrezeln aus dem Brotbackbuch | Das Back Logbuch

  17. Alexia

    Die Laugensnäckis sehen super aus! Ich würde den Teig gerne abends vorbereiten und ihn über Nacht im Kühlschrank gehen lassen..um wie viel kann ich die Hefe dann reduzieren?und verwende ich dann auch soviel ASG oder setze ich lieber einen Sauerteig an?

    Antwort
  18. Uta

    Hallo und guten Tag Björn,
    mit Begeisterung backe ich deine tollen Rezepte nach. Vielen Dank dafür!!!
    Jetzt hätte ich zu diesem Rezept noch Fragen
    – Wie wäre das Rezept mit Vorteig?
    – kann ich LM nehmen anstelle von ASG und wieviel?
    Viele Grüße Uta

    Antwort
    1. brotdoc Autor

      LM kannst Du 1:1 gegen das Anstellgut austauschen (es ist im Prinzip ja auch Anstellgut). Wenn Du das Rezept mit einem Hefevorteig machen willst, dann nimm 20 % der Gesamtmehlmenge und mische das mit der gleichen Menge Wasser und 0.2 % Hefe. Das läßt Du 12 Stunden reifen.

      Antwort

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