In meiner Kindheit war ich oft in den Niederlanden, um mit meinen Eltern dort Freunde zu besuchen. Wenn wir da waren, gab es mittags immer ‚Wit Brood‘ mit lustigen Belägen, z.B. bunten Schokostreuseln. Wir haben es geliebt, dieses Brot. Später haben wir uns immer, wenn wir mal einen Ausflug nach Enschede oder Winterswijk zum Markt gemacht haben, ein Brot mitgebracht – und meist noch am ersten Abend halb verspeist.
Hier nun meine Annäherung an diese Art Brot, die von einigen – aus meiner Sicht zu Unrecht – als Papp-Brot abgetan wird. Durch die Zugabe von etwas Weizensauerteig und durch das Weizenmalzmehl wird es ein für eine direkte Teigführung erstaunlich aromatisches Weißbrot. Es macht regelrecht süchtig…

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Hauppteig TA 160 (Menge für eine 1,5 kg Kastenform):
800 g Weizenmehl 550 oder kleberstarkes 405
480 g Wasser kühl
10 g Hefe
80 g Weizensauerteig (am besten Anstellgut)
16 g Salz
20 g Zucker
50 g Butter
15 g Weizenmalzmehl (enzyminaktiv)

Die Teigzutaten bis auf die Butter für 3-4 Minuten mischen und ankneten. Dann weiterkneten und die Butter stückchenweise unterkneten lassen. So lange kneten, bis sich ein elastischer und glatter Teig gebildet hat, der sich gut von den Schüsselwänden löst.
Den Teig in einem abgedeckten Gefäß für mindestens 1,5 Stunden gehen lassen, nach 45 Minuten einmal strecken und falten.
Dann auf der bemehlten Arbeitsfläche straff langwirken und in die gefettete Kastenform einlegen. In der Kastenform bei Raumtemperatur bis zur vollen Gare gehen lassen (der Teig hat den Rand der Form überstiegen und eine kleine Kuppel gebildet), bei mir war das nach 75 Minuten der Fall. Mit einer Lösung aus Wasser und Kartoffelmehl einstreichen und in den auf 240° heißen Ofen einschießen, kräftig schwaden. Nach 10 Minuten den Schwaden ablassen und bei 210° für weitere 50 Minuten ausbacken.
Smakelijk!

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Die schön gefensterte Kruste