Der Brotdoc bei MIELE

Im Februar habe ich ja schon ausführlicher von meiner neuen Ofenausstattung berichtet, u.a. über die Gründe, warum ich von MIELE zu SIEMENS gewechselt bin. Kurz darauf bekam ich Kontakt mit dem Leiter der Versuchsküche im Miele Werk Oelde, Herrn Masjosthusmann. Dort werden die Miele-Backöfen hergestellt. Wir vereinbarten ein Telefonat, das Anfang März stattgefunden hat. Hierbei haben wir uns offen über die Probleme ausgetauscht, die ich mit meinem Miele-Backofen in der Vergangenheit hatte.

Die Sache hat eine Vorgeschichte. Als ich den Ofen im Jahr 2011 kaufte, interessierte mich besonders die Dampffunktion „Klimagaren“. Nach vielen Backversuchen kam ich damals aber zu der Ansicht, dass diese Dampffunktion allenfalls zum Brotbacken einigermaßen geeignet war, aber nicht für Kleingebäck / Baguettes usw., weil der Ofen nicht gleichzeitig heizte und Dampf erzeugte, und die Dampferzeugung sehr unflexibel zu handhaben war. Ich versuchte schon damals, mit dem Kundenservice zu klären, warum das so ist. Nachdem man mich damals sogar bis nach Oelde durchgestellt hat, wurde mir gesagt, dass der Ofen technisch dazu nicht in der Lage sei. In der Folge habe ich dann wieder manuell geschwadet, mit der bekannten Edelstahlwanne. Mein zweites Problem war, dass der Ofen relativ undicht war, und das Schwaden sich hierdurch nur mit Tricksereien effektiv gestalten ließ. Dennoch habe ich nun fast 9 Jahre mit dem alten Ofen gebacken und fast alle Brote in diesem Blog sind darin entstanden.

Während des Gesprächs Anfang März wurde mir erläutert, warum und wie diese technischen Probleme, die in der ersten Klimagaren-Ofengeneration noch vorhanden waren, inzwischen gelöst oder teilweise umgangen werden. Ich konnte auch Anregungen geben, welche Bedürfnisse uns Brotenthusiasten am Herzen liegen (heißere Ofentemperatur bis 300 °C, flexiblerer / effektiverer Dampfstoß). Zum Ende des Gesprächs lud man mich zu meiner Freude nach Oelde in das dortige Werk ein, um mit den neuen Gerätegenerationen zu backen.

Und dann begann die Coronavirus-Pandemie und die Kontaktbeschränkungen.

Die Miele-Aktivküche im Werk Oelde

Das ist der Grund, warum ich erst heute nach Oelde fahren konnte. Unter Beachtung der notwendigen Abstandsregeln und Schutzmaßnahmen habe ich einige der aktuellen Öfen mit zwei meiner Rezepte testen können. Dabei eines der aktuellen Spitzenmodelle aus der Klimagaren-Serie (H7860BP) und ein Einsteigermodell ohne Beschwadung (H2265-1BP), sowie ein sogenannter „Dialoggarer“ (DO7860). Letzterer ist eine Kombination aus Ofen, Dampfgarer und Frequenz-Garer (elektromagnetische Wellen). Hierdurch werden Lebensmittel nicht von innen nach außen außen nach innen gegart, sondern gleichzeitig außen und innen, was zu einer deutlichen Zeitersparnis führt. Dazu später mehr.

Ich habe zwei anspruchsvollere Rezepte ausgewählt, an denen sich die Effektivität eines Haushaltsofens für das Hobbybrotbacken einschätzen lässt. Meine Version von Dietmar Kappls Baguettes und das Rezept eines Weizensauerteigbrots, das ich immer in meinen Backkursen mit Heidi Schlautmann backe. Die Teige habe ich vorbereitet mitgebracht und bei Miele nur noch geformt, reifen lassen und dann in den verschiedenen Öfen gebacken.

Die Öfen haben diese Teste mit guten Ergebnissen bestanden. Die Baguettes haben in den beiden erstgenannten Öfen tolle Ausbünde entwickelt. Geschwadet wurde einmal mit der Klimagaren-Funktion, in den Einstiegsöfen einmal mit meiner Schwadenwanne und einmal mit Schellis „Schwadomat“. Alle drei Ergebnisse lassen sich sehen.

Auch das Weizensauerteigbrot mit hohem Vollkornanteil ist prima in allen Öfen gelungen. Auch im Dialoggarer, einer zugegebenermaßen ungewöhnlichen Art, zu „backen“. Neben der Hitze des Ofens wird der Teig auch innen durch elektromagnetische Wellen (ähnlich einer Mikrowelle) gegart. Das darin gebackene Brot war nach 30 Minuten fertig, während in den anderen Öfen die üblichen 55 Minuten gebacken werden musste. Es bestanden lediglich geringe Unterschiede im Volumen und in der Krumenstruktur. Die Krume aus der „Back-Mikrowelle“ war etwas heller und die Porung ein wenig feiner. Die Kruste war etwas ungleichmäßig gebräunt. Aber seht selbst.

Nach dem Backen durfte ich mir noch die Produktionshallen und die Ausstellung des Werks ansehen. Da Coronabedingt derzeit Kurzarbeit angeordnet ist, stand die Produktion heute nachmittag still. Dennoch konnte ich eindrucksvolle Dinge sehen, u.a. mit wie viel menschlichem Einsatz und Qualitätsanspruch dort noch produziert wird, z.B. in der Emaillierung der Bleche und der Ofeninnenräume. Oder in der Fertigung der Edelstahl-Innenräume der Dialoggarer. Allein mehrere Bereiche / Räume im Werk dienten Testvorrichtungen, um die Dauerbelastbarkeit der Geräte zu prüfen. Also Hydrauliken, die immer wieder die Ofentür öffneten und schlossen, um die Dauertauglichkeit der Scharniere zu prüfen. Oder die den Ofen immer wieder voll aufheizten und wieder abkühlen ließen. Und ein Schutzraum, in dem Öfen absichtlich manipuliert werden, um ihr Brandrisiko zu prüfen. Diese Öfen heizen ohne Schutz auf, bis sie sozusagen fast glühen. Dann wird geprüft, welches Bauteil die größte Schwachstelle im Brandschutz ist. Faszinierend. Im Werk selbst herrscht leider absolutes Fotografie-Verbot, so dass ich Euch meine Eindrücke nur schildern kann.

Hochinteressant auch, dass ein Teil der dortigen Produktion exklusiv für die USA stattfindet und sich an den dortigen Gerätedimensionen und Bedürfnissen orientiert.

Der Besuch war konstruktiv und spannend. Die anwesenden Mitarbeiter waren sehr interessiert an den Improvisationen von uns Brotback-Verrückten wie Backstählen, Schwadenwannen usw. . Ich konnte auch durchaus klar machen, dass für uns nicht weitergehende Automatisierungen der Backvorgänge wichtig sind, sondern, auch selbst flexibel in die Vorgänge eingreifen zu können. So stört mich z.B. immer noch, dass im modernen Klimagar-Ofen der Dampfstoß nicht flexibel steuerbar ist und beispielsweise der erste Dampfstoß ineffektiver ist, als der zweite. Man hat hier sicher eher eine Klientel im Auge, die ihr „schnelles Brot“ in den Ofen schieben und erst dann wiederkommen möchte, wenn es fertig gebacken ist. Menschen, die sich mit der Ofenführung nicht auseinandersetzen wollen. Ich glaube, meine Bedenken hierzu sind angekommen. Das Steuern des Bedampfens hat Siemens wirklich besser gelöst, wenn ich auch nun weiß, dass im Miele dank besserer Technik eine deutlich größere Dampfmenge pro Minute erzeugt wird.

Ich bin gespannt, was nach diesem Besuch in der zukünftigen Ofengeneration, die derzeit in der Entwicklung ist, zur Umsetzung kommt. Ich möchte mich auch an dieser Stelle für die Einladung in das Werk Oelde herzlich bedanken.

Gleichzeitig deklariere ich sicherheitshalber, dass ich keinerlei Zuwendungen von Miele erhalten habe, sondern den Besuch auf eigene Kosten unternommen habe. Meine Äußerungen stellen rein meine eigene Meinung dar.

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30 thoughts on “Der Brotdoc bei MIELE

  1. Silvia Stollnberger

    Ich finde es super, dass du uns über deinen „Ausflug“ berichtest und klar über so manchen Mangel berichtest! Habe ja selber so ein Gerät und habe gleich zu Anfang die Dampffunktion bemängelt, hatte ja mehr Dampf in der Küche als im Ofen!
    Was mich fast noch mehr stört, ist die Tatsache, dass man die Ofentüre nicht leicht öffnen kann, ohne dass der Ofen aufhört zu heizen!
    Aber Alles im Allen muss man Miele bestätigen, sie bauen zuverlässige und Qualitativ hochwertige Produkte…

    Antworten
    1. brotdoc Beitragsautor

      Das ist bei Siemens leider auch so, dass der sofort aufhört zu heizen, wenn die Ofentür aufgeht. Hat wahrscheinlich Sicherheits-Gründe.

      Antworten
      1. Silvia Stollnberger

        Ja das dachte ich mir auch schon!
        Ev. Wieder so eine gescheite EU- Norm!

  2. Tanja

    Vielen Dank für den Bericht. Ich habe den Miele DGC 6865 und einen Manz 30/2 E und muss leider ebenfalls berichten, dass der Miele nur meine 2 Wahl ist. Im Zuge einer neuen Küche kam er dazu und hat sicher in vielen seine Daseinsberechtigung. Schnell mal eine Mahlzeit erwärmen ohne eine Mikrowelle zu nutzen. Die verschiedene Programme für Gemüse, Fleisch etc wo alles automatisch abläuft und nicht kontrolliert werden muss. Aber Brot und Brötchen darf hier nur der Manz. Das kann niemand besser .

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    1. Moni

      Ist es nicht möglich in einen Manz auch einen Mahlzeit warm zu machen? Bin auf der Suche nach einen Backofen mit dem ich auch einen Auflauf machen kann, sowie Kekse und natürlich Brot. Dachte an einen Manz 30/1E. Der ist klein und reicht für uns zwei Personen.
      Die schiere Angebot an Öfen verwirrt mich. Kann mich jemand helfen?

      Antworten
      1. brotdoc Beitragsautor

        Der Manz kann natürlich auch schmoren. Was mir fehlen würde, ist die Möglichkeit des Grillens. Für manche Gerichte ist es auch nicht optimal, dass der Manz so dicht schließt. Wenn Du vor allem Brot backen willst, bist Du mit Manz aber sehr gut bedient.

  3. Patricia

    Hallo lieber Björn,
    vor ca. 2 Wochen habe ich einen Backofen von Miele mit Klimagare bestellt.
    Der Ofen wird in den nächsten Tagen geliefert.
    Ich habe in der Anleitung aber gelesen, dass man den Dampfstoß selber steuern kann. Durch die Einstellung „Manuele Steuerung“.
    Deswegen habe ich mich nach viel Überlegung dafür entschieden so viel Geld für den neuen Ofen auszugeben.
    Ich hatte mich richtig drauf gefreut!
    Du schreibst aber oben, dass der Dampfstoß nicht flexibel steuerbar ist???!!!!
    Jetzt weiß ich nicht, ob ich das richtige Gerät gekauft habe! 🙁

    Liebe Grüße
    Patricia

    Antworten
    1. Doris

      Hallo Patricia,

      ich bekomm ihn morgen. Da bin ich ja mal gespannt. Hoffe, er wird am Wochenende eingebaut, so daß ich gleich damit backen kann.
      Wenn ich die Baguettes und Brote so hin bekomme, wie auf den Fotos , dann bin ich schon mehr als zufrieden. Lassen wir uns überraschen.

      VG Doris

      Antworten
    2. Björn

      Du kannst den Dampfstoß selbst starten, aber dann läuft er und dauert 7 Minuten. Bei Siemens kannst Du ihn an und ausstellen, wann Du willst, und Du kannst sogar die Dampfmenge in drei Stufen regeln. Das meine ich.

      Antworten
      1. Diris

        Hallo Björn
        jetzt wird mich interessiert, wie viele Dampfstösse bei den Baguettes und wann. Die sehen so toll aus., zum reinbeissen.

        LG Doris

      2. brotdoc Beitragsautor

        Im Dampfofen wurde der erste (wohl ineffektivere) Dampfstoß gestartet und ablaufen lassen, noch bevor die Baguettes in den Ofen kamen. Das machten die nachdem ich gesagt hatte, wir brauchen viel Dampf für Baguettes. Vom Start bis zum Beginn des Dampfstoßes vergehen etwa 15 Sekunden. Wir haben den zweiten Dampfstoß dann etwa 20 Sekunden vor dem Einschießen gestartet und dann laufen lassen. Die Baguettes wurden 15 Minuten bei 240 °C konstant bei Heißluft durchgebacken.

      3. Patricia

        Hallo lieber Björn,
        wie hast Du den Backofen vorgeheizt als Du die Baguettes gebacken hast?
        Mit der Funktion Klimagare oder Ober und Unterhitze ?
        Hast Du erst nach dem Vorheizen Phase in Ober und Unterhitze die Klimagaren Funktion gestartet ?
        Vielen Dank für Deine Antwort und liebe Grüße
        Patricia

      4. brotdoc Beitragsautor

        Den Dampfofen haben wir vorgeheizt und den ersten Dampfstoß schon vor dem Einschießen laufen lassen (also Klimagaren). Damit wurden dann auch die Baguettes gebacken (also in Klimagaren, nicht Ober/Unterhitze).

  4. Marion

    Guten Morgen Björn,
    In 2015 habe ich nach 1 Jahr meinen Miele-Ofen gegen einen Atag ausgetauscht. Mein größtes Problem mit dem Miele-Ofen war, dass ich selbst kein Programm kompilieren konnte. Wenn ich vorheizen wollte, würde es erst nach etwa 30 Minuten anfangen zu backen. Obwohl ich etwas länger vorheizen wollte, weil der Teig etwas länger dauerte. Das Dämpfen lief auch nicht gut. Ich habe Miele oft angerufen und daruber discutiert . Ich wurde auch in das Miele-Zentrum in den Niederlanden eingeladen, um einen Tag lang zu backen. Der Koch, der mich dort empfing, wusste jedoch nichts über die technische Seite des Ofens. Es hat mich nicht klüger gemacht. Ich hoffe, die Öfen wurden jetzt angepasst.

    Antworten
  5. Ulrike Erbe

    Vielen Dank für die Schilderung. Ich habe seit kurzem einen einfachen Miele H7264B. Leider funktioniert das Schwaden nur über Umluft. So lasse ich erst Wasser einsaugen und schalte beim Aufheizen auf Ober- und Unterhitze. Nach dem Einschießen schalte ich wieder auf Dampfgaren um und lasse den Dampfstoß kommen (7 Minuten) Danach wechsel ich wieder zu Ober- und Unterhitze.
    Das Ergebnis gefällt mir nicht so gut wie das Schraubenschwaden, aber es ist natürlich einfacher und mit weniger Verbrennungsgefahr.
    Leider habe ich bei Miele noch niemanden gefunden (Berlin), der mir erklären könnte, wie ich es besser hinbekommen kann. Also ein dickes Dankeschön für diesen Bericht!!!

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  6. moni-fr

    Lieber Björn, danke für Deinen ausführlichen Bericht.
    Auch ich gehöre zu den Käufern eines teuren Miele Backofens aus der 7000er Reihe, gekauft Ende 2017, d. h. aus der neuen Modellreihe 2018. Und bin total unzufrieden.
    Ich habe über mehrere Wochen hinweg Diskussionen mit Miele gehabt, einschl. Versuchsküche und es gab niemanden, der auch nur im Ansatz verstand, was ich den wollte: einen Backofen, mit dem man gutes Brot backen kann. D. h. ein dichtes Gerät, das den mit Schwadomat erzeugten Dampf nicht sofort wieder rausbläst. Stattdessen wurde mir die Funktion Klimagaren empfohlen. 50 ml Wasser über 7 Minuten verdampfen – Du hast oben schon Deinen Kommentar gegeben. Das ist einfach nur absurd… Dazu kommt, dass beim Klimagaren meine Ofentemperatur in die Knie geht, wenn ich entweder zwei große Teiglinge oder einen mit 2,5 kg eingeschossen habe. Damals arbeitete in der Versuchsküche kein Bäcker und das scheint sich auch nicht geändert zu haben. Es gab und gibt dort offensichtlich keinerlei Expertise/Erfahrung zum Thema Brotbacken. Das erklärt einiges…
    Leider muss ich mit dem Backofen leben: er ist nur in Kombination mit einem Induktionsfeld zu betreiben (mit dem ich höchst zufrieden bin), ich kann ihn also nicht auswechseln. Und der finanzielle Verlust beim Verkauf beider Geräte ist so hoch, dass ich das Thema ad act legen musste.
    Ich bin mit Miele-Geräten aufgewachsen und habe auch selber ausschließlich solche gekauft. Aber einen Miele Backofen würde ich nie wieder in Betracht ziehen.
    Ich hatte damals bei meinen vielen Diskussionen mit Miele den Eindruck, dass man mich und mein Problem gar nicht ernst genommen hat, ich war nur lästig. Dein Bericht macht ein wenig Hoffnung: Deine Brotdoc-Autorität kann hoffentlich bewirken, dass man sich des Themas annimmt und vielleicht wird es eine Verbesserung für uns Hobbybrotbäcker geben.
    Danke dass Du Dich auf die Reise zu Miele gemacht hast!

    Antworten
    1. brotdoc Beitragsautor

      Ich danke auch Dir, Moni, für den ausführlichen Bericht und die Zeit, die Du Dir dafür genommen hast. Ich denke, er wird von entsprechender Stelle gelesen werden.

      Antworten
  7. Heide

    Hallo Brotdoc ich möchte keinen Miele Ofen oder Waschmaschine mehr haben. Beim meiner Waschmaschine ging 4 Wochen nach der Garantie Kaputt .Keine Kulanz bei Miele Der Kundendienst Mitarbeiter hat 100 Euro auf die Std. abgerechnet und mann musste nur das Wassereinlauf Entkalken was er nicht gemacht hat er hat uns gleich ein Neues verkauft.
    Beim Backofen das gleiche Spiel da sogar nur 2 Wochen nach Garantie Heizung Kaputt er meinte zu Oft und zu Hoch aufgeheizt kommt vom Brot backen.
    LG. Heide

    Antworten
    1. Käthy

      Hallo Björn
      Herzlichen Dank für deinen Bericht. Interessant auch die Kommentare. Ich habe ähnliche Probleme mit meinem Backofen. Vor einigen Jahren kaufte ich einen V-ZUG Combair-Steam (ein Schweizer Modell). Er ist zwar gut abgedichtet. Was ich jedoch bemängle, sind folgende Punkte:
      1. Höchsttemperatur von nur 230 Grad Celsius
      2. Der Schwaden kann nicht manuell gesteuert werden
      3. Schwadenfunktion nur in Kombination mit Heissluft
      4. Schwache Schwadenleistung
      5. Bei geöffneter Tür schaltet der Ofen nach kurzer Zeit ab.
      Die Leute bei V-ZUG verstehen offensichtlich nicht viel vom Brotbacken, denn nach der Bedienungsanleitung soll man die Teiglinge auf dem Blech in den kalten (!) Ofen schieben und dann die Betriebsart ‚Profi-Backen’ starten. Man muss kein Profi sein um vorauszusehen, dass das nicht gut gehen kann…
      Damit meine Teiglinge ausreichend geschwadet werden, benütze ich immer ein Backblech, auf das ich im aufgeheizten Zustand Wasser giesse.
      Ich würde mir wünschen, dass die Konstrukteure von Backöfen Fachleute als Berater und Hobbybäckerinnen beiziehen, damit wir unsere Anliegen anbringen können.
      Herzliche Grüsse
      Käthy

      Antworten
      1. brotdoc Beitragsautor

        Ich finde das auch gut. Neben der Kundschaft, die am liebsten alles automatisiert haben möchten, bleibt es für Menschen wie uns interessant, auch den Backvorgang manuell steuern zu können.

  8. Pfaffenberger Marcus

    Hallo Björn,
    ich überlege auch gerade, mir einen Miele oder Siemens/Bosch Backofen mit Dampfunterstützung zu kaufen. (Miele H 7464 bzw. Siemens HN878G4B6). Gleicher Endpreis.
    Du schreibst, dass in allen 3 Mieleöfen die Baguettes in etwa gleich gut geworden sind. Hast Du auch einen Vergleich zu Deinem Siemens-Dampfbackofen? Gelingen die dort besser/schlechter als bei den Miele’s?
    Danke & viele Grüße Marcus

    Antworten
    1. brotdoc Beitragsautor

      Die Ergebnisse waren in etwa gleich gut. Für Miele könnte (wenn die Preise wirklich identisch sind) sprechen, dass die gesamte Verarbeitung nach meiner Kenntnis robuster und haltbarer ist.

      Antworten
      1. Marcus

        Danke für Deine Antwort. Ich hätte noch eine Nachfrage.
        Ich hab mich jetzt für einen Ofen von Bosch (HRG 6769S6) entschieden. Der ist im Grunde identisch mit Siemens, jedoch deutlich günstiger gewesen.
        Die Dampfmenge bei Stufe 3 kommt mir im Vergleich zur bisherigen manuellen Beschwadung jedoch sehr wenig vor. Man sieht im Ofen überhaupt nichts davon. Reicht das aus bzw. ist das bei Dir auch so?
        Danke & Gruß
        Marcus

      2. brotdoc Beitragsautor

        Das reicht völlig aus, wenn es mit Siemens baugleich ist. Du siehst den Dampf nicht im Ofen. Aber wenn Du die Tür öffnest, kommt ordentlich Dampf heraus.

  9. Peter Haberberger

    Leider kann ich den Bericht über Ihre Entscheidung für den Siemens Backofen nicht finden,
    Da ich in einer Entscheidungsfindung bin würde mich das sehr interessieren.

    Danke für eine Antwort

    Antworten
  10. Frank

    Hallo Marcus (16.7.2020)
    in unserer neuen Wohnung (leere Küche)
    war auch ein neuer Backofen fällig.
    Habe mich für einen NEFF mit versenkbarer Tür entschieden.
    B45VS24.0 mit VarioSteam – in verschieden Heizarten auch Ober-/Unterhitze kann man Dampf in 3 Intensitäten zu jeder Zeit dazu- und auch abschalten. Man hört aber fast nix nach Zuschaltung Das man „richtigen“ Dampf nicht sieht habe ich auch erst dem 3.!! Hotlinemitarbeitet geglaubt (theoretisch war es mir zwar klar, aber ich dachte schon, dass die Glastür feucht anläuft, ich dachte mein neuer Herd ist defekt!) Er sagte Ofen hochheizen, Tür öffnen, Gesicht an die Öffnung halten – trockenene Hitze spürbar, Dampf zuschalten 30sek bis 1min warten und wieder Tür öffnen und Gesicht davor…..
    Beim probieren hatte ich es dann sofort verstanden :))
    Es funktioniert wirklich und seitdem nutze ich es auch erfolgreich. Der Neff ist mit 72l Garraum auch aureichend gross. Mein emaillierter Gänsebräter passt jetzt ohne Ausbau der Inneneinrichtung des Ofens wunderbar hinein.

    Antworten
    1. Silke

      Lieber Frank,
      ich liebäugele auch gerade mit einem Neff-BO mit Vario-Steam. Bei allen BO von Neff steht in den Bedienungsanleitungen, dass Umluft nur bis 200°C geht. Die Heissluft-Funktion der Siemens-Öfen geht da bis 250°C. Mich wundert das, da die ja irgendwie baugleich sind,
      Kannst Du mir bitte sagen, wieviel Grad Dein Neff bei Umluft kann?
      Danke.

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