Buchrezension: Walter Mayer „Brot“

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„Brot – Auf der Suche nach
dem Duft des Lebens“
Insel Verlag Berlin 2017
ISBN 978-3-458-17725-8
Preis: 22,00 Euro

Nein, es ist kein normales Brotbackbuch, was ich hier rezensiere. Walter Mayer, gelernter Buchhändler und Journalist, hat hier einen schönen kleinen Schmöker über das Brot als Kulturgut und die Menschen dahinter vorgelegt.

Das Buch gliedert sich auf 271 Seiten in 13 Kapitel, die jeweils im Stil einer Kurzgeschichte Episoden erzählen, die der Autor auf seiner Annährung an das Thema Brot, seine Herstellung und seine Geschichte erlebt hat.

Der Duft frischen Brotes war es, der dem Autor nach langer krankheitsbedingter Störung des Geruchssinnes plötzlich den Impuls gab, sich mit diesem Thema persönlich auseinanderzusetzen. So machte er sich auf die Suche nach gutem Brot, fand es – wie so viele von uns Hobbyisten – nicht mehr in den hochglanzpolierten Backwaren-Outlets der heutigen Zeit, sondern in einfachen Küchen, in Brotbackschulen am Berg, in der schottischen Parklandschaft nahe Edinburgh oder gar im urtümlichen albanischen Hochland.

Die Geschichten sind im Reportagestil kurzweilig, ja teils etwas flapsig erzählt und jeweils in der Gegenwartsform gehalten. Dadurch wirkt es, als würde der Leser mit dem Autor die Erlebnisse nochmals erleben, was den Leseeindruck sehr plastisch macht.

Es finden sich auch einige wenige, für meine Begriffe eher hefelastige Rezepte im Buch, die auch nur knapp betextet sind und daher eher der Illustration dienen. Die wenigen Abbildungen sind handgezeichnet und – wie das ganze Buch – minimalistisch gehalten, dienen auch mehr der Illustration.

Ein beträchtlicher Teil des Buchs handelt übrigens von unter Hobbyisten bekannten Brot-Agonisten wie Lutz Geißler, Roswitha Huber und Monika Drax, die sich dem natürlichen Brotbacken verschrieben haben und dieses unter inzwischen großer medialer Aufmerksamkeit wieder bekannter machen.

Mir hat das Buch gut gefallen, ich verzeihe dem Autor sogar den Begriff „experimentier- und zeigefreudiger Brotexhibitionist“, den er für Menschen wie mich erdacht hat. Kurzweilig, mal was anderes zum Thema Brot. Der Preis ist für das Format allerdings durchaus als nicht ganz günstig zu bezeichnen.

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Ich bedanke mich beim Suhrkamp Verlag / Insel Verlag für das Rezensionsexemplar welches mir zur Verfügung gestellt wurde.

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3 Gedanken zu „Buchrezension: Walter Mayer „Brot“

  1. Gerald Georgi

    Lieber Björn Hollensteiner,
    das Buch ist als Ergänzung fürs „zwischendurch“ lesen geeignet.Ich lese auch gerne mal „Sekundärliteratur“.
    Leider ist dir bei der ISBN ein Fehler unterlaufen. Die richtige Nummer lautet:978-3-458-17725-8.
    Viele Grüße
    Gerald Georgi

    Antworten
  2. Karin Anderson

    Interessant!
    Die Hefelastigkeit in vielen Brotbackbüchern (das gilt übrigens genauso für amerikanische Bücher) hat vermutlich damit etwas zu tun, dass das Nachbacken auch dem unerfahrensten Hobbybäcker garantiert (und möglichst schnell) gelingen soll.

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