Rezension „Der Brotbackkurs“ von Valesa Schell

Vor einigen Wochen erschien ein neues Brotbackbuch im Ulmer Verlag, bei dem auch die bekannte Reihe „Brotbackbuch 1 – 3“ erschienen ist, an der ich mitwirken durfte (Nr. 2). Ich fand kurze Zeit darauf ein Exemplar des Buchs in meinem Postkasten – hierfür danke ich sehr!

Es stammt aus der Feder von Valesa Schell, die zur „zweiten“ Generation der deutschen Brotblogger gehört. Mit ihrer bodenständigen, unprätentiösen und freundlichen Art, die sich auch in ihren Rezepten widerspiegelt, ist es ihr nicht nur gelungen, seit 2015 einen höchst erfolgreichen Blog aufzubauen, sondern auch eine der größten deutschsprachigen Brotback-Communities bei Facebook.

Das Buch richtet sich an Beginner und ist so aufgebaut, daß alle im Hobbybereich im Moment üblichen Techniken und Triebmittel vorkommen, inklusive der Spontanfermente (Hefewasser), die seit etwa 2015/16 sehr in Mode gekommen sind als Möglichkeit der natürlichen Teigfermentation.

Es gliedert sich in einen Theorieteil, der relativ knapp gefasst ist, aber meines Erachtens alles Wichtige enthält. Er ist gut und schlüssig bebildert. Darauf folgen 8 Kapitel, die sich mit dem Backen mit verschiedenen Triebmitteln und Mehlarten beschäftigen. Auf die Besonderheiten des Backens damit wird jeweils zu Beginn des Kapitels näher eingegangen, was sicher zur Entzerrung des Theorieteils beigetragen hat.

Insgesamt finden sich 49 Rezepte in den Kapiteln, die meines Erachtens alle sehr ausgewogen und gut reproduzierbar sind. Ich habe es leider zeitlich nicht geschafft, ein Rezept nachzubacken, und gründe meine Beurteilung auf den Rezeptparametern. Diese sind in sich stimmig, bodenständig und alles andere als Grenzgängerisch. Im Grunde genau meine Linie.

Die Abbildungen und Fotografien finde ich in den meisten Fällen gut gelungen, wenn ich auch persönlich kein Fan übermäßig großer unscharfer Bereiche in Food-Bildern bin. Mir ist aber bewußt, daß dieses Element im Food-Styling sehr gerne gebraucht wird. Als bekennender Baguette Perfektionist hätte ich auch das Baguette-Rezept vor dem Foto-Shooting nochmal gebacken – die Abbildung zeigt eine sehr gebäckuntypische Krume. Dies schreibe ich mit einem Augenzwinkern, denn das Rezept ist wirklich gut.

Was ich bei einer Neuauflage persönlich fachlich ändern würde ist die Beschreibung des Schwadens. Es ist ja Sinn des Schwadens, daß der Backraum schnell mit einer hinreichenden Menge Wasser gesättigt wird. Genau hierzu dienen die in der Edelstahlwanne (und im Schwadomaten) befindlichen Metallteile. Sie vergrößern die heiße Oberfläche und beschleunigen, und nicht verlangsamen dadurch die Verdampfung von Wasser.

Fazit: ein gutes und reich bebildertes Buch für jeden, der mit dem Selbstbacken von Brot beginnen will und dabei von vorneherein alle Spielarten der Teigfermentation kennenlernen möchte. Die Rezepte sind stimmig und dürften meist auf Anhieb zu Erfolgserlebnissen führen. Und Appetit auf mehr machen!

„Der Brotbackkurs“ von Valesa Schell, Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8186-0687-9, Preis: 19,95 Euro

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1 thought on “Rezension „Der Brotbackkurs“ von Valesa Schell

  1. Birgit Müller

    Hallo Björn, danke für deine Bewertung.
    Ich habe mir das Buch bestellt und es ist heute angekommen. Optisch macht es schon einmal einen guten Eindruck. LG Birgit

    Antworten

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