Zur Zeit weile ich wieder im schönen Österreich im Sommerurlaub. Diesmal habe ich mir einen Wunsch erfüllt und die Gelegenheit zu einem Besuch bei Dietmar Kappl, Meisterbäcker und Produktionsleiter von Reichl-Brot in St. Marien in NiederOberösterreich, genutzt. Dietmar macht seit einigen Monaten mit einem tollen Brot-Blog „The art of baking“ Furore, den man nicht hoch genug schätzen kann.
Dank Schelli kam heute morgen nach Ende der Schicht ein kurzes Treffen zustande.
Nach netter Begrüßung und Einstand, bei dem ich leckere Sauerteig-Brotsorten aus der Produktion von Reichl-Brot probieren durfte, nahm sich Dietmar ausgiebig Zeit, mir die neue Produktion der Bäckerei zu zeigen. Derzeit wird die Bäckerei umfassend erweitert, modernisiert und für die Bedürfnisse der „traditionellen Bäckerei“ ohne Backmischungen und mit Vorteigen und sehr langen Teigführungen ausgestattet.

Die Anfahrt auf St. Marien, einem beschaulichen Örtchen in NiederOberösterreich nahe Linz
Reichl1

Der Verkauf mit angeschlossenem Laden und Café
Reichl2

Hier sieht man eine der neuen Maschinen, die derzeit installiert werden. Diese ist für die Mischung der Zutaten zuständig.
Reichl4

Dietmar zeigt die im Untergeschoß befindlichen Kessel, in denen bald die Vorteige gehen werden.
Reichl5

Dann waren wir in der noch laufenden „alten“ Produktion, wo der Betrieb nun am Samstagvormittag schon ruhte. Einzig und allein das Altbrot für die nächste Schicht wurde zerkleinert und geröstet.

Reichl3

Hier kommt es in die Öfen, wo es bei 130° langsam geröstet wird.
Reichl7

In der Tiefkühlung befinden sich vorbereitete Teiglinge, die später nur noch abgebacken werden müssen.
Reichl6

Danach konnte ich mir noch einige der Helferlein ansehen, die es dem Bäcker heute vereinfachen, gutes Brot herzustellen.

Ein Maschinchen, das oben rund und unten lang wirkt
Reichl10

Ein automatischer Abziehapparat, der die Brote aufnimmt und wie ein kleiner Roboter in den richtigen Ofen einschießt
Reichl9

Und ein Spezialkneter für Schwarzbrot-Teige
Reichl8

Mich juckt es nun in den Fingern, mal bei der richtigen Produktion in der Nacht dabei zu sein und den Bäckern auf die Finger zu schauen. Vielleicht läßt sich das noch irgendwann einmal einrichten.
Nach der Bäckerei ergab sich noch die Möglichkeit, die ersten Produktionsschritte in der im gleichen Ort befindlichen Forstner-Mühle zu besichtigen. Wegen der laufenden Ernte war dort allerdings Hochbetrieb, so daß die Mitarbeiter sich die Zeit nicht nehmen konnten, den ganzen Prozeß zu zeigen. Zumindest die Getreideanlieferung und Reinigung konnte ich mir netterweise aber ansehen.

Forstner1

Hier wird frisch geernteter Weizen angeliefert.
Forstner2

Diese Maschine trennt die „Spreu vom Weizen“…
Forstner3

erstere fällt hinten heraus und wird ein Stockwerk tiefer in Säcke gefüllt

Forstner4

Forstner5

Und der gesäuberte Weizen fällt direkt in die Hand von Meister Dietmar Kappl 🙂
Forstner6

Viel zu schnell ist die Zeit heute Vormittag vergangen. Ich möchte Dietmar und Schelli hier sehr dafür danken, daß sie mir einige Stunden ihrer Freizeit trotz des herrlichen Wetters geschenkt haben. Es war ein tolles Erlebnis!