Saaten-Weißbrot

Dieses Saaten-Weißbrot entstand im Rahmen eines Mehltests. Seit Kurzem kann man bei Metro ein Mehl kaufen, das dem italienischen Typ 00 entspricht und sich besonders zur Pizzaherstellung eignen soll. Hergestellt wird es von der Frießinger Mühle in Bad Wimpfen. Ich habe 10 kg davon zum unglaublichen Preis von nur etwas mehr als 6 Euro etwas skeptisch erstanden, da nicht unbedingt sicher war, ob es wirklich den Anforderungen an ein Pizzamehl entsprechen würde. Pizzamehl zeichnet sich durch einen höheren Klebergehalt als normales Weizenmehl 405 aus und läßt sich als Teig normalerweise gut elastisch auskneten. Ich wollte das Mehl zunächst bei einem Brotteig testen.

Während des Teigknetens sah ich mich zunächst in meinen Befürchtungen bestätigt. Der Teig baute kein zusammenhängendes elastisches Klebergerüst auf, sondern blieb klebrig und bekam keine wirkliche Bindung. Die Teigoberfläche sahen rissig aus. Normalerweise kann man einen Teig mit so einer Konsistenz allenfalls noch im Kasten backen, was ich mir auch vornahm. Nach 2 Stunden Teigruhe mit 3 x strecken und falten hatte ich jedoch einen wunderbar elastischen Teig der eine gute Gashaltung hatte (Blasen warf) und sich sehr gut wirken ließ. So habe ich zwar überrascht aber doch angetan von dem Mehl dann doch zwei freigeschobene Brote daraus gebacken, die nach einhelligem Urteil der Familie so schmackhaft geworden sind, daß das Rezept einer Veröffentlichung würdig ist.

Also werde ich demnächst mal einen Pizzateig ansetzen.

Saaten-Weißbrot

 

Sauerteig:

300 g Weizenmehl Typ 00  oder 550

200 g Wasser

30 g Weizen-Anstellgut

gut mischen und 12 Stunden bei von 28° fallender Temperatur reifen lassen.

 

Hauptteig:

1000 g Weizenmehl Typ 00 oder 550

620 g Wasser

530 g Sauerteig

26 g Salz

20 g Butter

10 g Zucker

5 g Frischhefe

130 g Saatenmischung

Saatenmischung zum Bestreuen
Den Teig kneten bis sich das Klebergerüst gut ausgebildet hat (klappte bei dem von mir verwendeten Mehl nicht so gut). Zum Schluß die Saatenmischung langsam einkneten. Eine Teigruhe von 120 Minuten geben, dabei nach 30, 60 und 90 Minuten strecken und falten. Möglicherweise muß man nicht so oft strecken und falten, wenn der Teig schon beim Kneten eine gute Glutenstruktur aufbaut.

In 2 gleiche Teile teilen und zylindrisch vorwirken. 20 Minuten Zwischengare. Dann zu länglichen Brotlaiben straff wirken, anfeuchten und in der Saatenmischung wälzen, dann im Gärkörbchen für 70-90 Minuten zur Gare stellen. Die Gare sollte passend voll sein, damit die Brote nicht im Ofen einreißen.

Bei 240° mit Schwaden anbacken, nach dem Ende des Ofentriebs den Schwaden ablassen und für insgesamt 50-60 Minuten ausbacken.

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4 Gedanken zu „Saaten-Weißbrot

  1. Nadja

    Hallo Björn, musste natürlich 😉 nachdem ich das mit dem italien. Mehl von Metro hier gelesen hatte, unbedingt selbst schauen und das hab ich dann heute beim Einkaufen gemacht. Zur Probe auf Deinen Bericht hin hab ich dann mal das 1kg Paket mitgenommen, denn äh… 10kg bei einem 2-Personen-Haushalt… 😉 muss ich nix zu sagen oder. Bin jetzt mal sehr gespannt auf das Mehl. LG Nadja

    Antworten
    1. brotdoc

      Na, wenn ihr zu zweit jede Woche eins von den Broten vertilgt, dann ist die Packung nach etwa 11 Wochen weg, das ist noch weit innnerhalb des MHD 😉

      Antworten
      1. Nadja

        Na und was ist mit Abwechslung im Brot-bzw. Brötchenkorb 😉 Es gibt doch noch sooooo…. viele Rezepte, die es nachzubacken gilt 🙂

      2. brotdoc

        Da hast Du auch wieder Recht… andererseits kann man mit einem kleberstarken 405er Mehl auch so einiges Unterschiedliches anfangen.

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