An selbstgebackenem Knäckebrot habe ich mir, und das ist wörtlich gemeint, in der Vergangenheit schon oft die Zähne ausgebissen. Nie habe ich sie so knackig knusprig und innen locker hinbekommen wie man sie von den bekannten Herstellern kennt. Sie sind fast immer viel zu hart geworden so dass man sie kaum kauen konnte. Irgendwann habe ich es dann aufgegeben.
Wir waren gerade 9 Tage in Norwegen unterwegs um mein neues Elektroauto mal auf die Probe zu stellen, wie es sich auf der Langstrecke schlägt. Insgesamt 3500 km haben wir zurückgelegt ohne das geringste Problem mit dem Aufladen oder mit dem Fahren. Norwegen gilt ja als eines der fortschrittlichsten Länder was die Elektromobilität angeht und das konnte man an jeder Ecke merken.
Es waren beeindruckende Landschaften durch die wir mit dem ID.5 wunderbar leise glitten. Einen kleinen unvollständigen Eindruck geben folgende Bilder. Egal um welche Straßenecke ihr schon in Süd-Norwegen fahrt – dahinter folgt mit großer Sicherheit ein weiterer spektakulärer Anblick. Sehr zu empfehlen!













Wenn ich in anderen Ländern bin interessiere ich mich natürlich für landesstypische Brotsorten. Wir haben bis auf die ersten beiden Nächte in Ferienwohnungen übernachtet – doch im Lia Fjellhotell gab es morgens neben Hefebroten auch ein extrem knuspriges Körnerknäcke, das es mir sofort angetan hat. Es bestand überwiegend aus Saaten und schmeckte richtig klasse.
Beim Einkauf im norwegischen Supermarkt für die Ferienwohnungen habe ich es direkt gefunden: ein Knäckebrot das anders als die meisten Knäckis hier ohne Mehl hergestellt wird. Lediglich Haferflocken und Saaten sind als Zutaten angegeben. Gleich nach der Rückkehr musste ich mich an die Arbeit machen und das Rezept nachbauen.

Woran es schließlich gelegen hat dass alle meine Versuche mit Roggenmehl oder Mischungen Roggen/Weizen so hart wurden ist mir noch immer nicht klar. Diese Version mit lediglich 28 % Haferflocken jedenfalls funktioniert prächtig und verlässlich. Das Rezept entspricht nicht mehr dem Original – ich habe drei Backversuche gemacht und konnte die Menge an Haferflocken noch weiter reduzieren. Nun ist es noch körniger und kohlehydratärmer.
Ich bin gespannt auf Eure Rückmeldungen wie es euch schmeckt.
Knäckebrot
Zutaten
- 600 g Wasser 40 °C
- 170 g Haferflocken grob
- 170 g Sonnenblumenkerne
- 150 g Leinsamen
- 100 g Sesam
- 20 g Flohsamenschalen
- 12 g Salz
- 12 g Pflanzenöl
- 12 g Dattelsirup alternativ: Honig oder Zuckerrübensirup
Anleitungen
- Die Zutaten in der Knetmaschine 2 bis 3 Minuten gründlich verrühren.
- Die Masse 30 Minuten quellen lassen.
- Wenn sie danach zu fest zum Verstreichen ist noch 30-40 g Wasser zufügen und unterkneten.
- Jeweils die Hälfte der Masse auf einem Backblech mit Backpapier dünn verstreichen. Die Dicke sollte maximal 3-4 mm betragen, sonst dauert das Backen zu lange.
- Den Ofen auf 190 °C Heißluft oder Umluft vorheizen.
- Je nach Wunsch Saaten auf der Oberfläche der Masse verstreuen.
- Die beiden Bleche in den Ofen schieben und etwa 15 Minuten backen.
- Die Bleche herausnehmen und mit einer Teigkarte oder einem Pizzaroller rechteckige Scheiben abteilen.
- Die Bleche wieder in den Ofen geben und bei 160 – 170 ° vollständig trockenbacken. Das kann bis zu 60-80 Minuten dauern je nach Dicke der Scheiben. Gegen Ende auf Sicht backen damit die Brote nicht zu dunkel werden.
- Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und die einzelnen Scheiben von der Platte abbrechen. Auf einem Rost gut auskühlen lassen.
- Knäckebrot sollte trocken gelagert werden damit es nicht wieder Luftfeuchtigkeit ziehen kann.


Das hört sich richtig gut an! Frage Haferflocken grob…werden die noch gehackt oder ganz verwendet? Flohsamenschalen nicht gemahlen? Wird ausprobiert ! Danke und LG Christel
Ich habe meist die Flohsamenschalen von der Biomühle Eiling hier. Die sind nicht pulverförmig. Die Haferflocken kannst Du einfach aus der Tüte zugeben. Die werden während des Mischens zu einer Art Brei der den Teig bindig macht.
Danke! Die von Eiling habe ich auch! LG
Sehr schönes Rezept. Da rattert die Flockenquetsche. Nur den Leinsamen schrote ich grob in einer Kaffeemühle, so wird er erst verdaulich und bringt eine Menge Omega-3-Fettsäuren.
Was spricht dagegen ihn gut zu zerkauen?
Jetzt habe ich Appetit auf Knäckebrot bekommen! 😉
Danke für dieses tolle Rezept. Das Brot sieht sehr appetitlich aus. Mit glutenfreien Haferflocken kann ich das sogar für meinen Zölli-Enkel backen.
Bei der Überschrift dachte ich zunächst: „Wer braucht denn das?“ Ich hatte an Knäckebrot wie die Leksandsknäcke-Räder oder so gedacht.
Aber der komplett andere Ansatz, der dicht an dem hier geliebten „Korn-an-Korn mit viel Saaten“-Vollkornbrotgeschmack liegt und irgendwie an Essener-Brot erinnert scheint auf jeden Fall einen Versuch wert. Wird gleich umgesetz!
Viele Grüße aus der Hauptstadt,
Stefan
Ich kannte Knäcke in der Form auch noch nicht. Reisen bereichert. Habe die Brote in den letzten drei Wochen sicher schon 7 oder 8 mal gebacken in verschiedenen Ausführungen und bereite noch einen weiteren Blogartikel vor mit Variationen und Tipps und Tricks.
ohne Flohsamenschalen geht auch? hier in Brasilien es ist nicht einfach zu finden 🙁
Die Flohsamenschalen helfen bei der Bindung. Im norwegischen Original sind sie aber auch nicht mit drin, stattdessen Weizenkleie. Das könntest Du mal ausprobieren.
Prima wäre noch eine Variante mit Anstellgut-Resten. Danke.
Habe ich auch schon ausprobiert, funktioniert. Einfach 50-100 g ASG-Reste in den bestehenden Teig geben.
Guten Abend,
Ich habe das Knäckebrot Rezept gerade getestet. Ich backe sehr viel Brot. Ich finde dieses Rezept besten Knäckebrot Rezepte, die ich je gebacken habe.
Großes Kompliment. Eine klare Weiterempfehlung.
Ein echter Knäcke – Gamechanger für mich 🙂
Das ist ein köstliches Brot und es macht Spaß es zu backen.
Hallo Björn, erstmal herzlichen Dank für das tolle Rezept. Ich habe es vorgestern gebacken und Kürbiskerne obendrauf gestreut. Es ist wunderbar knusprig, jedoch nicht zu hart. Meine Frau und die Kinder lieben es. Werde ich jetzt regelmäßig backen und die Fertigware getrost im Regal stehen lassen.
Sauber 🙂
Boah! Ich bin begeistert.
Seit einiger Zeit vertrage ich kein Gluten mehr und da wird Brot zu einem heiklen (und teuren) Thema. Das Knäckebrot – mit glutenfreien Haferflocken gebacken – ist ein Gedicht!
Vielen vielen Dank für das Rezept!
Hallo Doc,
habe einen Manz Backofen in dem der Feuchtigkeit im Ofen bleibt. Muß ich was ändern an der Backzeit oder der Ofentür öfters öffnen betreffend
„trockenbacken“?
Viele Grüße,
moni