Nach einer dringend notwendigen Auszeit vom Bloggen (nicht vom Backen 🙂 ) melde ich mich mit einem kleinen Bericht zurück. Vor zwei Wochen habe ich mir eine Brotreise nach Paris gegönnt. Paris ist für mich persönlich einer der größten Sehnsuchtsorte was die Kulinarik angeht. Das bezieht sich sowohl auf Brot und Kleingebäck, als auch auf die Patisserie, Chocolaterie und die Restaurantkultur.
Selbst wenn man sich nicht auskennt, wo die Qualität stimmt, ist es unvergleichlich wahrscheinlicher als in Berlin, Hamburg, Köln usw., in dieser Stadt gute Lebensmittelqualität zu finden. Lebensmittel, die handwerklich hergestellt sind von Menschen, die Geschmack, Optik, Haptik und Textur noch über alles stellen. Und wo diese Qualität auch ihren Preis haben darf und von den Menschen dennoch geschätzt und genossen wird.
Ich will hier nicht allzusehr verallgemeinern. Auch in Paris gibt es viel Convenience-Food und ex-und-hopp Nahrung. Aber es macht einfach Spaß, in so vielen verschiedenen Bäckereien ein optisches und geschmackliches Highlight nach dem anderen zu entdecken. So ging es mir auch vor 11 Jahren, als ich schon einmal die Gelegenheit zu einer Brotreise nach Paris hatte.
Mein Freund Oliver Distelkamp hatte mich schon mehrfach zu einer erneuten Brotreise nach Paris eingeladen, was nun schon dreimal aus familiären oder beruflichen Gründen nicht geklappt hat. In Zusammenarbeit mit der „Ecole de Boulangerie et Patisserie“ im Pariser Stadteil Bercy bietet er nämlich einmal jährlich ein solches Brot-Highlight an. Ein zweitägiger Backkurs unter Leitung einer französischen Backlehrerin, garniert mit einem ausführlichen Gang durch die Stadt zu einigen der besten Bäckereien und Patisserien von Paris.
Ich bin schon am Vortag mit dem Zug angereist und habe zu Fuß die Stadt etwas erkundet. Leider war es im wärmsten Mai aller Zeiten zufällig recht kühl, windig und vor allem regnerisch, so dass ich ordentlich nass wurde. Es war aber trotzdem wieder mal eindrücklich, durch diese wundervolle Stadt zu schreiten und die vielen Eindrücke aufzunehmen.







Abends haben wir uns dann zum ersten mal mit den Kursteilnehmern getroffen und authentische französische Küche im Restaurant „Auberge Aveyronnaise“ genossen. Dieses Restaurant bekommt eine echte Empfehlung von mir und ist einen Besuch mehr als wert. Reservierung ist unbedingt zu empfehlen! Das Restaurant war bis auf den letzten Platz an diesem Mittwoch Abend voll.
Am nächsten Morgen trafen wir uns dann zunächst zum Rundgang durch die besten Pariser Bäckereien und Konditoreien. Insgesamt 8 km haben wir zu Fuß zurückgelegt, die sich aber mehr als gelohnt haben. Die Adressen habe ich mir natürlich gespeichert – hier könnt ihr sie ansehen. Ich kann jede einzelne dieser Bäckereien und Restaurants empfehlen.










Nachmittags ging es dann in die Bäckerei. Unter der fachkundigen Anleitung von Bäckerin Aurelia und Brotsommelier Yanick Behrendt, der für uns übersetzt hat, wurden mehrere typische Brote und Kleingebäcke vorbereitet und am nächsten Tag hergestellt und gebacken. Wenn mir auch schon vieles bekannt war, war es wieder einmal toll, einer französischen Bäckerin über die Schultern zu blicken und zu sehen, mit welchem Geschick die wunderbaren Backwaren hergestellt wurden. Dabei durften wir auch bei fast jedem Gebäck selbst Hand anlegen. Wir hatten auch Gelegenheit, den französischen Patisserie-Schülern bei der Arbeit zuzusehen.









Diese Reise hat mir sehr gefallen und mir auch im Hinblick auf meine Backmotivation richtig gut getan. Ein einmaliges Erlebnis, das ich nur jedem mit Interesse an der französischem Backkunst empfehlen kann.
In Kürze gibt es von mir auch wieder neue Rezepte. Ich habe mit einem Vollkornmehl aus weißem Weichweizen Backtests machen dürfen und ein Brotrezept damit entwickelt.
Disclaimer: Der Beitrag enthält einen Link zur kommerziellen Seite Deligio.de. Hierfür habe ich keine Zuwendungen erhalten. Die Brotreise und den Kurs habe ich vollständig selbst finanziert.


Oh my god, man, I am dripping with envy. Absolutely wonderful Björn, thanks for the vivid virtual experience. Our son leaves tomorrow for Europe though unfortunately he only has a few hours in Paris before heading out to Normandy for his first stop. We hope to get there by next year. I have sort of re-discovered a love for all things French, that I’ve had since childhood, so this is literally candy to take in. (Regretfully my friend, I’ve more or less abandoned my pursuit of learning German. The good side is that I have again taken up the mantle of French and fluency, more or less, is coming back on quickly). Thanks for such beautiful chronicles, always.
Wir haben acht Jahre lang in der Nähe von Paris gelebt, den Croissants und Patisseries der kleinen Dorfbäckerei trauere ich immer noch nach. Stohrer ist einfach wunderbar.
Im Sommer geht es endlich mal wieder zurück.
Vielen Dank für die Mitnahme.
Das liest sich alles sehr gut.
Ich war mit meiner Frau zu unserem 25 Hochzeitstag in Paris und haben unsere Tochter, die zu der Zeit als Au-pair dort gearbeitet hat besucht.
Eine wirklich schöne Stadt. Nun haben wir beschlossen demnächst noch einmal hinzureisen.
Dieser Beitrag hilft, die Reise kulinarischer zu planen.
Vielen Dank für den tollen Einblick. Das sieht alles sooo gut aus!
Ich bin neugierig, welche Art von Mehl haben Sie verwendet, um diese erstaunliche Croissant-Textur zu erhalten?
Guten Abend lieber Björn,
konnte Deinen tollen Bericht leider jetzt erst lesen,
vielen herzlichen Dank dafür. Natürlich auch für Deine
tollen Rezepte, die ich sehr gerne nachbacke und meine Familie
und Freunde damit überrasche.
Nochmal ein großes Dankeschön und
liebe Grüße aus Kelsterbach
Doris
Hallo Björn, das trifft sich ja super. Meine Familie und ich werden in der übernächsten Woche in Paris Urlaub machen. Da ich noch nie in Paris war, freue ich mich natürlich schon ganz besonders auf die Bäckereien. Deine Liste habe ich mir schon gespeichert. In welcher (oder welchen) der von dir besuchten Bäckereien gab es denn das deiner Meinung nach beste Baguette tradition? Die Auswahl in Paris ist so riesig, dass ich mich über jeden Anhaltspunkt freue. Ich habe mir auch schon notiert, welche Bäckereien zum Beispiel in den letzten fünf Jahren den jährlichen Wettbewerb gewonnen haben. Über einen speziellen Tipp von dir würde ich mich ganz besonders freuen. Liebe Grüße,
Lars
Interessanter Artikel bei CNN.
(Dass nur pain tradition echtes baguette 🥖 ist und auch am nächsten Tag noch essbar, kommt leider zu kurz. Das 1 EUR- Baguette ist nach ein paar Stunden nur noch als Schlagwaffe in einer Komödie zu gebrauchen. 😉
https://www.cnn.com/2025/11/08/travel/france-baguette-uncertain-future
Das ist ein sehr interessanter Artikel. Statistik, hm … Ich war gerade in Paris und durfte allein in fußläufiger Umgebung unserer Ferienwohnung knapp nördlich des 18. Bezirkes 5 Bäckereien testen, die nahezu sämtlich 7 Tage die Woche geöffnet haben und abends ausverkauft sind. Ich habe mich beim Testen auf das Baguette Tradition beschränkt, um sicher zu gehen, dass die Zutaten begrenzt sind und der Bäcker selbst Hand anlegt … Interessant war für mich auch, dass der überwiegende Teil der von mir besuchten Bäcker die Baguettes nur noch einmal längs schneidet, was dem Geschmack keinen Abbruch tut, aber Zeit spart und weniger Können verlangt. Bei La Parisienne zum Beispiel im Zentrum gab es natürlich perfekt eingeschnittene Baguettes. Das Baguette trad. kostet in JEDER Bäckerei verblüffende 1,30 Euro, offiziell ohne direkte Subventionen. Mein subjektives Fazit: ich glaube im Moment nicht an das Ende der Baguettes.
Danke für den Link 🙂