Archiv für den Tag 7. Mai 2015

Pide / Pita

Pita oder auch Pide ist ein ursprünglich aus dem südosteuropäischen und orientalischen Raum stammendes, etwas dickeres Fladenbrot, das oft mit Sesam und Schwarzkümmel bestreut wird. Letzterer verleiht dem Brot seinen typischen würzigen und einzigartigen Geschmack. Inzwischen wird dieses Brot auch hierzulande im großen Stil industriell produziert, und zwar nicht nur für den Konsum von eingewanderten Menschen, nein, auch die hier Alteingesessenen wissen dieses weiche und aromatische Brot inzwischen sehr zu schätzen. Kaum eine Feier, kaum ein Grillfest, auf dem es nicht zum Verzehr bereitsteht.
Natürlich habe auch ich Brote nach dieser Art schon oft gebacken, doch nun glaube ich, mein Rezept für Pita gefunden zu haben.

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Das Rezept ist jetzt so optimiert, daß es zur Feier ohne viel Aufwand frisch gebacken werden kann. Dann ist es knusprig und noch leicht warm ein Genuß. Doch es funktioniert auch wunderbar, es schon morgens zu backen und noch nicht ganz erkaltet in einer Kunststofftüte zu lagern. Dann wird die Kruste wieder ganz weich und ist schließlich so, wie ihr es aus dem türkischen Lebensmittelgeschäft kennt.
Noch ein Wort zu den verwendeten Mehlen: aus geschmacklichen Gründen arbeite ich bekanntermaßen gerne mit französischen und italienischen Mehlen. Das ist aber hier nicht obligat, das Rezept funktioniert hervorragend mit Weizenmehl 550. Achtet auf Euren Teig, wenn ihr das restliche Schüttwasser einknetet. Wird er sehr weich oder nimmt das Wasser nicht mehr auf, dann stoppt die Zugabe.

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Menge reicht für 3 große runde oder rechteckige Fladenbrote

Vorteig:
300 g Weizenmehl 550 (ich: Weizenmehl T65)
300 g Wasser
0,3 g Hefe
Verrühren und 12 Stunden reifen lassen.

Hauptteig:
480 g Wasser (+130 g Wasser, s.u.)
gesamter Vorteig
900 g Weizenmehl 550 (ich: Weizenmehl Tipo 00)
24 g Salz
9 g Hefe

Alle Zutaten außer Salz und Hefe in den Kneter geben. 130 g Wasser zurückhalten. Den Teig 2 Minuten langsam ankneten und sodann 30 Minuten ruhen lassen.
Salz und Hefe zugeben und 3 Minuten langsam unterkneten, den Kneter weiter laufen lassen. Dann beginnen, schluckweise das zusätzliche Wasser einzukneten, bis es vom Teig aufgenommen wurde. Bei kleberschwächeren Mehlen kann es sein, daß vielleicht nur 80-100 ml eingeknetet werden können. Zum Schluß 2-3 Minuten auf zweite Knetstufe stellen, bis sich der Teig komplett von der Schüssel löst.
In eine Teigwanne geben und 30 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen. Ein mal strecken und falten und die Teigwanne sodann verschlossen für 12-24 Stunden im Kühlschrank bei 5°C lagern.
Die Zubereitung ist dann denkbar einfach. Den Ofen mit Backstein gut und gründlich auf 280°C vorheizen.
Die Arbeitsfläche gut bemehlen und den Teig darauf auskippen und vorsichtig die gröbsten Gärblasen herausdrücken. In 3 gleiche Teile teilen (ich mache das nach Augenmaß) und jedes der Teile grob rundwirken.
Die Teiglinge abdecken. Nach 15 Minuten kann der erste Teigling geformt werden: Mit beiden Händen wird er am Rand gefaßt und von allen Seiten auseinandergedehnt, möglichst so, daß er sich gleichmäßig dick ausdehnt und nicht sehr dünne und sehr dicke Stellen bekommt.
Hat er die gewünschte Größe erlangt, wird der Teigling auf einen Einschießer mit Backpapier gelegt. Mit den Fingerspitzen beider Händen tiefe Eindrücke/Löcher in die Oberfläche drücken, gut mit Wasser besprühen und mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen. Dann sofort auf den heißen Backstein einschießen und gut schwaden. Die Brote bei konstant 280° in 14-18 Minuten ausbacken, so bekommen sie eine dünne und dennoch kräftig gefärbte aromatische Kruste und bleiben innen weich und saftig. Nach derselben Art nacheinander die anderen beiden Brote abbacken.

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