Seit ein paar Wochen experimentiere ich mit dem Backen in einem Holzbackrahmen. In diesem läßt man die Teiglinge, die an den Seiten eingeölt sind, aneinanderbacken (“angeschobene Brote”). Diese Methode hat ihre Vorteile. Zum einen kann man eine große Menge Brote auf kleinem Raum gleichzeitig backen, zum anderen werden die darin gebackenen Brote durch die längere Backzeit besonders aromatisch, aber von innen trotzdem weich und saftig. Die Brote haben an den Seiten keine Kruste durch die Isolierung des Holzrahmens. Dafür ist die Oberkruste und Unterkruste besonders dick und kräftig. Das folgende Rezept führt zu einem leckeren würzigen Weizenmischbrot 65/35 für jeden Tag, das sich rasch und einfach sowie gelingsicher herstellen läßt. Man kann die Mengen auch halbieren oder vierteln, wenn man keinen so großen Kneter hat.

Mengen reichen für 4 Brote a ca. 1 kg
Roggensauerteig TA180:
319 g Roggenmehl 1150
255 g Wasser (lauwarm)
32 g Roggen-Anstellgut
Die Zutaten gut mischen und für 12 Stunden von 30° abfallend reifen lassen.
Hauptteig TA 163:
Sauerteig
845 g Weizenmehl 1050
845 g Weizenmehl 550
591 g Roggenmehl 1150
1383 g Wasser
52 g Salz
40 g Zucker
40 g Hefe
2 EL Pflanzenöl
Die Zutaten mit dem Kneter 4 Minuten auf Stufe 1 und 6 Minuten auf Stufe 2 gut verkneten, bis ein glatter und elastischer Teig entstanden ist.
Den Teig abgedeckt in der Knetschüssel für 45 Minuten ruhen lassen.
Sodann den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte geben und in vier gleich große Teile teilen von je ca. 1110-1120 g Gewicht.

Ein ziemlicher Batzen Teig

Die Teiglinge sollten zwischen 1110 und 1120 g wiegen.
Die vier Teiglinge werden straff rundgewirkt.

Die Ränder werden immer wieder nach innen geschlagen und etwas angedrückt.


Zum Schluß rollt man den Teigling schön rund.


Dann streicht man alle Teiglinge an den Seiten mit Pflanzenöl ein, so daß sie später im Rahmen nicht völlig miteinander verkleben. Ein wenig kleben sie trotzdem aneinander, das läßt sich aber nach dem Backen problemlos trennen.

Man bereitet den Backrahmen vor, in dem man ihn auf ein Lochblech mit Backpapier setzt und die Innenränder einölt. Die eingeölten Teiglinge werden dann nacheinander gleichmäßig in den Backrahmen eingesetzt.


Dann deckt man den Rahmen gut ab und läßt die Brote bei Raumtemperatur 60-75 Minuten gehen (knappe Gare).

Bei Erreichen knapper Gare werden die Teiglinge mit einem Mehlsieb großzügig mit Roggenmehl bemehlt und rautenförmig tief eingeschnitten, hierzu eignet sich eine zwischen Daumen und Zeigefinger gehaltene Rasierklinge am Besten.


Dann wird der Rahmen mit dem Blech in den auf 250° vorgeheizten Ofen auf einen Backstein gegeben. Der Stein sorgt für kräftige Unterhitze. Sofort schwaden und den Schwaden etwa 10 Minuten im Ofen belassen. Dann den Ofen auf Ober/Unterhitze und 210° herunterschalten. Die Backzeit des Brotes beträgt 90-100 Minuten (!). Gegen Ende sollte man öfters mal in den Ofen schauen, damit die Brote nicht verbrennen, je nach Ofenart ist die Oberhitze kräftiger oder schwächer. Es ist jedoch empfehlenswert, die Brote kräftig auszubacken wie auf dem folgenden Foto zu sehen ist.

Das Ergebnis sind schöne rustikale Brote, die sich zu allen Aufstrichen eignen und nebenbei auch gut in Butterbrotdosen passen.




8 Antworten auf “Borkenberger Kloben”
chiliundciabatta
17. Dezember 2012 um 16:10
Deine Kloben sehen prima aus, da muss ich doch glatt mal wieder den Holzrahmen rausholen. Welche Abmessungen hat deiner?
brotdoc
17. Dezember 2012 um 18:45
Es ist der vom Hobby-Bäcker-Versand mit dem Maßen 36 x 33 x 10,5 cm. Reicht für ca. 4 bis 4,5 kg Teig bei Weizenmischbroten und bis zu 5 kg Teig bei Roggenmischbroten. Der Clou bei den Broten ist der doch wesentlich aromatischere Geschmack durch die lange Backzeit. Und für mich Großverbraucher mit 5 Essern die Möglichkeit, gleich mit einem Mal genug Brot für eine ganze Woche zu backen.
Vielen Dank, Petra!
chiliundciabatta
17. Dezember 2012 um 20:45
Super, genauso groß ist mein vom Schreiner gebauter (und einen halb so großen habe ich auch noch). Danke für die schnelle Antwort!
Hans Schwarz
30. Dezember 2012 um 14:56
Hallo Brotdoc,
die Kloben sind ne Wucht. Wie dick sind die Bretter?
Ich finde diesen Blog einfach toll.
Guten Rutsch
brotdoc
30. Dezember 2012 um 15:25
Vielen Dank, Hans!
Wie dick? Schätze, daß sie etwa 1,5-2 cm dick sind. Müsste ich mal nachmessen.
Viele Grüße,
Björn
Karin Anderson
8. Februar 2013 um 18:53
Mein Mann will mir so einen Rahmen bauen, die Brote sehen wirklich wunderschön aus. Aus welchem Holz ist der Rahmen? Buche?
brotdoc
8. Februar 2013 um 20:57
Der Rahmen ist aus Ahornholz, da dieses – nach Angaben des Herstellers – sehr arm an ätherischen Ölen ist und so den Brotgeschmack wenig beeinflussen soll.
Ich glaube aber, daß die Brote schon etwas geschmacklich beeinflußt werden, denn der Rahmen duftet während des Backens “holzig” und den Geschmack findet man etwas auch an den Broten wieder. Sehr zu ihrem Vorteil, wie wir finden.
Es gibt hier aber auch Buchenholz-Rahmen, das dürfte also auch funktionieren.
arndt
17. Februar 2013 um 19:50
Ein wirklich tolles Rezept! Habe 1/4 Rezept freigeschoben gebacken. Die Backzeit habe ich allerdings auf 70 Minuten reduziert.
1 Trackbacks / Pingbacks
Westruper Bauernbrot « der brotdoc 6. Februar 2013 um 20:40
[...] g abwiegen und auf der bemehlten Arbeitsfläche rund wirken. Wenn man im Backrahmen backt habe ich hier gezeigt, wie es geht. Man kann aber auch langwirken und freigeschoben oder in der Kastenform [...]